Aufmerksamkeit erregt

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ZAHLEN ZUM TAG. Das andere Duell: Interesse, das Nehammer und Kickl in den vergangenen Wochen ausgelöst haben. Einen klaren Gewinner gibt es nicht.

Auf den ersten Blick können Gerald Fleischmann und andere Berater von ÖVP-Chef, Kanzler Karl Nehammer zufrieden sein: Mit der Rede, der er am vergangenen Freitag gehalten hat, ist es ihm gelungen, sehr viel Aufmerksamkeit zu erregen.

Diese Aufmerksamkeit ist zu einem gewissen Teil messbar: Google Trends weist Suchanfragen aus. Hintergedanke: Was Leute interessiert, das „googeln“ sie. Vergleicht man die Werte, die für Nehammer und FPÖ-Obmann Herbert Kickl seit 1. Jänner angegeben werden, miteinander, zeigt sich, dass Nehammer am 26. Jänner, als er in Wels zu seinem „Österreich-Plan“ gesprochen hat, den absoluten Spitzenwert erreichte. Es handelte sich um einen indexierten Wert von 100.*

Gemessen daran lief es für Kickl bescheiden. Und zwar in der ersten Jänner-Hälfte, als er einen ZIB2-Auftritt hatte und ein freiheitliches Neujahrstreffen absolvierte. Damals, als er sich als „Volkskanzler“ und Vertreter aller anderen Parteien als „Volksverräter“ bezeichnete, kam er nicht über 56 hinaus. Das war sein Spitzenwert, er aber war eben nur gut halb so hoch wie jener von Nehammer.

Einen klaren Gewinner gibt es trotzdem nicht. In Summe gab es vom 1. Jänner bis zum 26. Jänner laut Google Trends in Österreich etwas mehr Interesse für Kickl als für Nehammer. Zweitens: Nehammers Leute haben in den Tagen vor seinem Auftritt in Wels gezielt Medien mit Geschichten gefüttert, damit er länger verstärkt im Gespräch ist. Erreicht haben sie das jedoch nur bedingt. Die Indexwerte beliefen sich in diesen Tagen auf rund 30. Das ist ein Niveau, das für Kickl nicht ungewöhnlich ist. Von 15. bis 20. Jänner etwa lag er ohne erkennbares Ereignis nur unwesentlich davon entfernt (siehe Grafik).

Natürlich: Viel Interesse für eine Person heißt nicht viel Zuspruch für diese Person; es kann genauso gut auch für Ablehnung stehen. Grundsätzlich ist es aber eine wichtige Sache für Politikerinnen und Politiker. Nicht wahrgenommen zu werden, wäre das Schlimmste für sie.

*Zum Zeitpunkt der Abfrage für diesen Text reichten die Daten nicht über den 26. Jänner hinaus.

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