ZAHLEN ZUM TAG. In Oberösterreich rächt sich für die ÖVP, vor fünf Jahren fast ausschließlich auf Kosten der FPÖ zugelegt zu haben.
Freiheitliche können bei Wahlen in Oberösterreich ganz vorne liegen. Das hat sich bei der Nationalratswahl vor zwei Jahren gezeigt, als sie ihren Stimmenanteil hier auf beinahe 30,5 Prozent verdoppelten und damit die ÖVP (minus 10,4 Prozentpunkte auf 26,3 Prozent) hinter sich ließen.
Das ist jedoch nicht der einzige Grund dafür, dass die ÖVP im Hinblick auf die Landtagswahl in einem Jahr beunruhigt sein muss: Der Urnengang im Herbst 2021 fand noch unter ganz anderen Umständen statt. Die FPÖ war – in Folge der Ibiza-Affäre – noch geschwächt und hatte zudem mit der impfgegnerischen Liste MFG eine bedeutende Mitbewerberin. Außerdem war sie 2015 vor allem auf Kosten der ÖVP sehr erfolgreich gewesen bei der Landtagswahl.
Das drehte sich im Herbst 2021 wieder zugunsten der Volkspartei um, wie ein Blick auf die Zusammensetzung der ÖVP-Wählerschaft zeigt: Diese gewann praktisch ausschließlich Wähler von der FPÖ (zurück). Sie bildeten laut Analyse des Sozialforschungsinstituts „Foresight“ ein Viertel der nunmehrigen ÖVP-Wählerschaft.
Würde der einzige Wählerstrom zwischen ihr und der FPÖ nun aus einer Rückwanderung dieser Wähler zu den Freiheitlichen bestehen, wären diese vorne. Genauer: Die Volkspartei würde dann nur noch knapp 230.000 Stimmen halten und die Blauen 235.000.
