Wien: Vassilakou fehlt die Zündung

ANALYSE. Google Trends zeigt, dass das Interesse an der Grünen-Spitzenkandidatin nur schleppend zunimmt.

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ANALYSE. Google Trends zeigt, dass das Interesse an der Grünen-Spitzenkandidatin nur schleppend zunimmt.

Die Zuspitzung auf ein Duell zwischen Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (FPÖ) im Wiener Gemeinderatswahlkampf tut ihren Mitbewerbern weh. Das zeigt auch die Google-Trends-Analyse: Die Suchanfragen zu Grünen-Spitzenkandidatin Maria Vassilakou erreichen erst wenige Tage vor dem Urnengang das Niveau, das es im Frühjahr schon einmal hatte, als sie den Abgang eines Parteifreundes zu den Sozialdemokarten verarbeiten musste.

Alles dreht und wendet sich um Heinz-Christian Strache. Auch auf Google, der Suchmaschine, die in Österreich einen Marktanteil von 95 Prozent hält, wird kein anderer Politiker-Name so häufig eingegeben wie seiner; ein Hinweis darauf, wie sehr sich die Menschen mit ihm auseinandersetzen.

Ein Vergleich weiterer Spitzenkandidaten mit Strache und Häupl ist nicht möglich. Google Trends liegen für Manfred Juraczka (ÖVP) und Beate Meinl-Reisinger (NEOS) zu wenige Daten vor. Für Vizebürgermeisterin und Grünen-Spitzenkandidatin Maria Vassilakou gibt es zwar grundsätzlich genügend Daten, in ihrem Fall ist jedoch ausschließlich eine Einzelauswertung möglich – der Abstand zu Strache und Häupl ist zu groß.

Die Auswertung für Vassilakou zeigt bemerkenswertes: Sie hat heuer die Wählerinnen und Wähler vor allem im April beschäftigt. Damals erreichten die Suchanfragen einen Spitzenwert. Der Zeitraum deckt sich mit dem Abgang des Grünen-Gemeinderats und -Integrationssprechers Senol Akkilic zu den Sozialdemokraten. Das führte zu einer Krise in der rot-grünen Zusammenarbeit, was Vassilakou erst verarbeiten musste.

Erst wenige Tage vor der Gemeinderatswahl stößt sie nun auf ein ähnlich großes Interesse wie damals. Was aus ihrer Sicht nicht unbedenklich ist: Im Unterschied zum Frühjahr ist sie schließlich permanent unterwegs, spricht Leuten an, tritt in Medien auf, versucht Inhalte zu lancieren und lässt sich stadtweit plakatieren. All das verhilft jedoch nur zu begrenzter Aufmerksamkeit.

Einen vergleichbare Entwicklung lässt sich auch bei Häupl feststellen: In seinem Fall war das Interesse an seiner Person im April sogar noch viel größer als heute. Der Spitzenwert fällt zeitlich jedoch auf den Parteitag der Wiener SPÖ – wo er sich für den Wahlkampf in Stellung brachte und dies den Daten zufolge auch schaffte.

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