Medienvertrauen größer als behauptet

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BERICHT. Wie beim Demokratievertrauen scheint es einen Zusammenhang mit der sozialen Lage zu geben. Sowie einen rechtspopulistischen Beitrag.

Anlässlich der Bestellung einer neuen ORF-Führung ist verstärkt über Medienvertrauen diskutiert worden. Dabei schwingt immer wieder mit, dass es sehr niedrig sei, weil Medien nicht in der demokratischen Mitte stehen würden, um es in Anlehnung an Worte des scheidenden APA-Vorstands Clemens Pig zu formulieren. Behauptung: Das ist Unsinn.

In Wirklichkeit ist das Vertrauen in Medien sehr groß. Bei einer Eurobarometer-Erhebung im vergangenen Herbst haben von rund 1000 befragten Menschen in Österreich immerhin 78 Prozent erklärt, dass nationale Medien vertrauenswürdige Informationen bieten würden.

Schaut man sich eine Detailauswertung an, stellt man fest, dass die Unterschiede nach Alter oder auch formaler Bildung relativ gering sind. Sehr groß sind sie ganz offensichtlich jedoch nach sozialer Lage: Bei all jenen, die meist Zahlungsschwierigkeiten haben, liegt der Anteil nur bei 58 Prozent. Das erinnert an Studien zum Demokratievertrauen.

Auffallend ist außerdem, dass der Anteil auch bei Menschen, die sich politisch rechts sehen, mit 55 Prozent sehr niedrig ist: Bei allen anderen (Mitte, links) handelt es sich um 89, 90 Prozent.

Das mag kein Zufall sein: Rechtspopulisten wie Herbert Kickl sprechen Menschen, die zu kämpfen haben oder das Gefühl haben, dass alles schlechter wird, gezielt an; inklusive Unterstellung, dass sie von „Systemparteien“ und auch „Systemmedien“ hängengelassen werden würden.

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