ZAHLEN ZUM TAG. Zu europäischer Integration, Flüchtlingshilfe und russischem Angriffskrieg haben Orban und Kickl Mehrheiten gegen sich.
In Ungarn, wo am kommenden Sonntag gewählt wird, ist Viktor Orban bisher der bestimmende Faktor nationaler Politik, in Österreich hat Herbert Kickl Einfluss auf die Behandlung vieler Themen. Umso bemerkenswerter ist, dass sie zu Fragen, die ihnen wichtig sind, eine Mehrheit der Bevölkerung nicht für, sondern gegen sich haben.
Beispiel europäische Integration: Laut Eurobarometer-Standardbefragung von Ende 2025 finden sowohl in Österreich als auch in Ungarn 68 Prozent der Menschen, dass das eigene Land als EU-Mitglied besser für die Zukunft gerüstet ist, als wenn es nicht der Union angehören würde. Außerdem sind in Österreich 57 und in Ungarn sogar 61 Prozent der Meinung, dass mehr Entscheidungen auf der EU-Ebene getroffen werden sollten.
Beispiel Flucht und Migration: In Ungarn meinen immerhin 59, in Österreich 68 Prozent, dass das eigene Land Flüchtlingen helfen sollte. Groß sind die Unterschiede hingegen in Bezug auf die Frage, ob Einwanderer einen positiven Beitrag für das eigene Land leisten würden: Das finden hierzulande 59 und bei den Nachbarn gerade einmal 36 Prozent.
Beispiel russischer Angriffskrieg gegen die Ukraine, wo Orban wie Kickl „Kriegstreiberei“ seitens der EU sehen – und nicht durch Wladimir Putin: In Österreich erklären 62, in Ungarn sogar 64 Prozent, das die russische Invasion eine Gefahr für die Sicherheit des eigenen Landes darstelle. Die EU-Sanktionen gegen Russland werden in Österreich wiederum von 69 und in Ungarn von 49 Prozent unterstützt, was dort zumindest einer relativen Mehrheit entspricht (47 Prozent sind dagegen).
