ZAHLEN ZUM TAG. Pendlerpauschale: Bedarf spielt keine Rolle. Wer mehr verdient, hat mehr davon.
Nach dem oberösterreichischen Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) tun jetzt auch der Burgenländer Hans Peter Doskozil (SPÖ) und die Niederösterreicherin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) – mit Hilfe des Boulevards – so, als habe der Fiskalrat vorgeschlagen, das Pendlerpauschale abzuschaffen und müssten sie sich dagegenstellen. Als Retterinnen und Retter sozusagen. Dabei hat er, wie hier berichtet, ausdrücklich betont, keine Empfehlungen abzugeben, sondern ausschließlich darauf hingewiesen, was (sehr viele) einzelne Maßnahmen bringen würden.
Über das Pendlerpauschale könnte man aber wirklich reden. Es handelt sich um keine bedarfsabhängige Förderung; im Gegenteil, wer mehr verdient, hat mehr davon. Genauer: Das Pauschale vermindert die Bemessungsgrundlage, von der die Lohnsteuer berechnet wird. Das Volumen ist damit von der Höhe des Grenzsteuersatzes abhängig.
Ein Ergebnis davon lässt sich aus der Lohnsteuerstatistik ablesen, die die Statistik Austria unlängst für das Jahr 2024 veröffentlicht hat: Bei (pendelnden) Personen mit einem Jahresbruttobezug von 20.000 bis knapp 25.000 Euro beispielsweise führte das Pauschale zu einer durchschnittlichen Entlastung von 866 Euro. Bei all jenen mit 70.000 bis 100.000 Euro handelte es sich um fast die Hälfte mehr; 1237 Euro nämlich.
