Wie Umverteilung läuft

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ZAHLEN ZUM TAG. Vor allem durch das Pensionssystem, wie der Budgetdienst des Parlaments bestätigt.

Wenn man von Umverteilung spricht, ist es wichtig, zu sagen, was man damit meint: Von Reichen zu Armen etwa? Da fängt das Problem schon an: „Reich“ im Sinne von vermögend fällt weniger (messbar) ins Gewicht, „reich“ im Sinne eines sehr hohen Einkommens hingegen mehr. Das hat mit dem Steuersystem zu tun. Es setzt nicht so sehr bei Vermögen, sondern ganz besonders bei Einkommen an. Der Spitzensteuersatz beträgt hier immerhin 55 Prozent (bei Einkommensteilen über einer Million Euro).

Relevant ist außerdem, wie Umverteilung darüber hinaus läuft. Wie der Budgetdienst in einer Anfragebeantwortung gegenüber dem ÖVP-Abgeordneten Andreas Hanger festhält, erfolgt sie „vor allem“ durch das Pensionssystem.

Der Budgetdienst hat in seiner Anfragebeantwortung einerseits Steuern und Beiträge analysiert, die sozusagen von Haushalten an den Staat fließen, und andererseits Transferleistungen, die quasi vom Staat zurück an die Haushalte gehen. Ergebnis: Alles in allem sind 54 Prozent der Haushalte nettozahlende bzw. 46 Prozent nettoempfangende.

Interessant mag erscheinen, dass es in allen Einkommensschichten nettozahlende und nettoempfangende gibt. Im obersten Zehntel beispielsweise handelt es sich um 80 bzw. 20 Prozent. Zu tun hat das eben mit dem Pensionssystem, das in Österreich ja auf dem Umlageprinzip beruht: Niemand zahlt für sich selbst ein; Beiträge sind immer für jene, die gerade in Pension sind – wovon man dann eben auch selbst profitiert.

Wie stark durch das Pensionssystem umverteilt wird, zeigt sich daran, dass laut Budgetdienst ganze 84 Prozent der Haushalte nettozahlende bzw. nur 16 Prozent nettoempfangende sind, wenn man Pensionszahlungen und -beiträge weglässt. Siehe Grafik. Dann sind im untersten Einkommenszehntel immerhin 50 und im obersten fast alle (99 Prozent) nettozahlende.

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