ZAHLEN ZUM TAG. Aus Polen und Rumänien kommen immer weniger Menschen nach Österreich.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) ist es wichtig, von „Minuszuwanderung“ zu reden. Damit meint er, dass es bereits weniger Asylanträge gibt als Menschen, die Österreich verlassen müssen. Es bezieht sich auf Fluchtmigration und erinnert entfernt an den rechtsextremen Begriff „Remigration“, den Freiheitliche verwenden. Unterschied: Dieser zielt explizit auf die Schaffung einer ethnisch „homogenen“ Gesellschaft ab.
Bei alledem geht unter, wie sehr sich auch andere Wanderungsbewegungen verändern. Genauer: Laut „Statistik Austria“ hat sich der Trend verstärkt, dass immer weniger polnische und rumänische Staatsangehörige nach Österreich kommen.
Anfang der 2010er Jahre waren bis zu 7.297 Polinnen und Polen pro Jahr zugewandert. Im vergangenen Jahr handelte es sich mit 3.082 nicht einmal mehr um halb so viele. Zugleich wanderten mit 3.973 um fast 900 mehr ab.
Ähnliche Veränderungen gibt es auch bei rumänischen Staatsangehörigen: Kamen 2022 noch mehr als 21.000 nach Österreich, so handelte es sich im vergangenen Jahr nur noch um 15.689. Ähnlich viele wanderten ab.
Gründe? Ist es Ausländerfeindlichkeit hierzulande? Man kann nur spekulieren. Relevant dürfte jedenfalls auch sein, dass zumindest in Polen der Wohlstand stark steigt und es daher weniger Gründe gibt, das Land zu verlassen; und dass die Arbeitsmarktlage in Österreich angespannt ist, es also weniger Chancen gibt hierzulande.

