ZAHLEN ZUM TAG. Ob Unternehmensgründungen oder Baugenehmigungen: In Österreich dauert’s vergleichsweise lang.
Es ist ein ewiges Thema: Unternehmen klagen über Bürokratie und Teile der Politik versprechen, dagegen vorzugehen. In der Regierung gibt es mit Josef Schellhorn (Neos) sogar einen Staatssekretär dafür. Allerdings: Er sitzt im Außenamt, weil es von seiner Chefin Beate Meinl-Reisinger geführt wird und ihn die ÖVP nicht etwa im Wirtschaftsministerium haben wollte, das ihr zugeordnet ist. Irgendwie bezeichnend – obwohl sie seit Jahr und Tag beteuert, dass ihr das Thema wichtig sei.
In Österreich gibt es recht viel Bürokratie im internationalen Vergleich. Das zeigt ein Index, den das deutsche „Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung“ erstellt hat. Österreich wird hier ein Wert von 64,2 ausgewiesen, der dafür steht. Höher ist er nur in fünf von insgesamt 21 ausgewählten Industriestaaten (Belgien, Dänemark, Frankreich, Schweden und Finnland). Am kleinsten ist er in der Schweiz mit 21,5.
Was aber bringt das zum Ausdruck? Ein Faktor, der hier berücksichtigt ist, ist der Anteil des öffentlichen Sektors an der gesamten Wirtschaftsleistung. Problem: Das ist ein sehr weiter Begriff.
Aussagekräftiger ist anderes. Zum Beispiel die Anzahl der Verfahrensschritte und die Dauer von Genehmigungsverfahren. Insbesondere die Dauer ist in Österreich weit überdurchschnittlich. Für Unternehmensgründungen beträgt sie 21 Kalendertage. In Deutschland zum Beispiel sind es bloß acht. Oder Baugenehmigungen: In Österreich muss man mit 222 Tagen dafür rechnen. Das sind mehr als sieben Monate. In Deutschland hingegen handelt es sich mit 126 Tagen bzw. rund vier Monaten um viel weniger.
