Tirol hat ein größeres Problem

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ANALYSE. Auch im Bezirk Landeck ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen. Das hängt aber auch damit zusammen, dass sehr viele Menschen aus der Statistik geflogen sind.

Sagen wir so: Die Kurve, die die Entwicklung der Arbeitslosenquote im Tiroler Bezirk Landeck darstellt, geht in die richtige Richtung. Zunächst ist sie von 3,7 Prozent im Februar auf 22,1 Prozent im März und dann 24 Prozent im April gestiegen. Seither sinkt sie. Im Juni hat sie 13,9 Prozent betragen. Damit ist sie aber noch immer extrem hoch; vor einem Jahr belief sie sich auf 6,4 Prozent.

Das ist alarmierend: Der Bezirk lebt in besonderer Weise vom Tourismus. Bekannte Orte wie Ischgl und St. Anton zählen dazu. Anders als etwa in Kärnten, wo die Hotels zumindest an den Seen ausgebucht sind, herrscht hier offenbar noch lange kein Normalbetrieb; die 13,9 Prozent lassen jedenfalls darauf schließen.

Vor allem aber auch dieser Aspekt: Gegenüber dem Vorjahr ist das Arbeitskräftepotenzial im Bezirk um ganze dreieinhalb Prozent bzw. 778 auf 20.909 gesunken. Sprich: Es gibt weniger Menschen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Wären es gleich viele geblieben, wäre die Arbeitslosenquote wesentlich höher.

Die AMS-Daten enthalten auch eine Kategorie „Ausländer“ – und über sie kann man erahnen, dass die Entwicklung zu einem erheblichen Teil auf Kosten dieser Männer und Frauen geht: Die Zahl beschäftigter Ausländerinnen und Ausländer ist im Juni gegenüber dem Vorjahr um 1282 gesunken (auf 2565), die der ausländischen Arbeitslosen aber „nur“ um 590 auf 884 gestiegen. Sprich: Rund 700 Ausländerinnen und Ausländer sind aus der Statistik geflogen, sie leben nicht mehr im Bezirk oder haben keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.

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