Stadt-Land-Gegensätze

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ZAHLEN ZUM TAG. In Graz ist es zu einem Linksruck gekommen, neben den Kommunisten haben auch Grüne stark gewonnen. Das belegt: Urbane Wählerschaften ticken anders.

Die Mitte-Rechts- und Rechts-Parteien haben bei der Grazer Gemeinderatswahl ein Debakel erlitten: Sie haben jeweils gut ein Drittel verloren. Die ÖVP des bisherigen Bürgermeisters Siegfried Nagl ist auf knapp 26 abgestürzt, die FPÖ auf rund elf Prozent. Auf der anderen Seite sind Mittel-Links- und Links-Parteien zu einer klaren Mehrheit gekommen. Die Sozialdemokraten haben in der zweitgrößten Stadt Österreichs, in der sie einst auch das Sagen hatten, zwar nur gut zehn Prozent zusammengebracht – die Grünen und – in Prozentpunkten – mehr noch die Kommunisten haben ihren Stimmenanteil jedoch massiv ausgebaut (auf rund 17 und 29 Prozent.

Rückschlüsse auf ganz Österreich sind begrenzt möglich. Die Betonung liegt auf „begrenzt“. Abgesehen davon, dass die KPÖ in Granz seit vielen Jahren mit einer sozial- und wohnungspolitischen Agenda ankommt, ticken Städte grundsätzlich eher links.

Das war beispielsweise auch bei der Nationalratswahl 2019 so: In Wien und Linz blieben die Sozialdemokraten damals stärker als die Türkisen von Sebastian Kurz. In Graz sind die Grünen diesen sehr nahegekommen. In allen drei Städten schafften sie mehr als 20 Prozent, in Graz sogar 27.

Würde das übrige Österreich einen Wahlkreis (exklusive Wien, Graz, Linz) bilden, die ÖVP hätte über 41 Prozent jubeln können. Die SPÖ wäre unter 20 Prozent geblieben und die Grünen hätten sich mit 11,7 Prozent begnügen müssen.

Die Kommunisten haben bei der Nationalratswahl vor zwei Jahren bundesweit nur 0,7 Prozent erreicht. In Graz waren es mit 2,2 Prozent mehr, gemessen am nunmehrigen Erfolg aber auch fast nichts.

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