ZAHLEN ZUM TAG. Europäische Sozialstudie weist auf bemerkenswerte Einstellung der Österreicherinnen und Österreicher hin.
Hält die Mindestsicherung (Sozialhilfe) Bezieherinnen und Bezieher davon ab, zu arbeiten, ja ermöglicht sie ein Leben in der Hängematte? Insbesondere Rechtspopulisten vermitteln gerne diesen Eindruck und fordern daher Kürzungen.
Die Einstellung der Österreicherinnen und Österreicher ist alles in allem jedoch eine bemerkenswert andere: Das zeigen Ergebnisse einer Befragung, die im Rahmen der elften Erhebungswelle der „Europäischen Sozialstudie“ (ESS) vor drei Jahren durchgeführt wurde und jetzt vom Institut für Höhere Studien (IHS) publiziert worden sind.
Eine Mehrheit von 51,7 Prozent bezeichnete die Mindestsicherung von damals 1054 Euro pro Monat für alleinlebende Personen als viel zu niedrig (15,5) oder zu niedrig (36,2). Nur 12,3 Prozent erklärten, sie sei zu hoch (10,1) oder viel zu hoch (2,2). Für 36 Prozent war sie „gerade richtig“.
Auffallend sind die Unterschiede nach Alter: Während sie von fast zwei Drittel der 15- bis 29-Jährigen als (viel) zu niedrig erachtet wurde, handelte es sich bei ab 65-Jährigen um knapp die Hälfte.
