Tempo 140: Weil’s eh schon egal ist?

BERICHT. Schlechte Luftqualität fordert laut Umweltministerin „mittlerweile mehr Todesopfer als Straßenverkehrsunfälle“.

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BERICHT. Schlechte Luftqualität fordert laut Umweltministerin „mittlerweile mehr Todesopfer als Straßenverkehrsunfälle“.

Während sich Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) um Tempo 140 auf Autobahnen bemüht, skizziert Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) in den Erläuterungen zum Begutachtungsentwurf für das „Emissionsgesetz Luft 2018“ die noch immer verhängnisvollen Folgen zu starker Luftverschmutzung. Das ist ein Widerspruch, wie auch einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes zu entnehmen ist.

Man könnte fast meinen, es sei es schon egal: In den Erläuterungen zum Gesetzesentwurf heißt es fast schon resignierend, dass trotz aller Bemühungen und auch Fortschritte bei der Reduktion von Luftschadstoffen noch immer ein veritables Problem bestehe: Die Luftverschmutzung stelle „nach wie vor ein großes Umweltproblem“ dar. Zitat: „Nach einer aktuellen Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört die Außenluftbelastung zu jenen Umwelteinflüssen, die die größten gesundheitlichen Auswirkungen in westlichen Industrieländern verursachen.“ Und: „Die schlechte Luftqualität ist Hauptursache für vorzeitige Todesfälle und fordert mittlerweile mehr Todesopfer als Straßenverkehrsunfälle.“

Dass Tempo 140 und 130, geschweige denn der „Lufthunderter“, einen Unterschied machen, verdeutlichen aktuelle Werte des Umweltbundesamtes. Tempo 140 statt 130 führt demnach nicht nur „zu einer Lärmzunahme, die etwa der Erhöhung des Verkehrsaufkommens um 18% entspricht“. Mit zunehmender Geschwindigkeit nehmen eben auch die Emissionen zu: Die CO2-Emissionen beim durchschnittlichen Fahrzeug um ein Zehntel von 155 auf 171 g/km, die Feinstaubproduktion um ein Fünftel auf 0,01 g/km und der Stickoxid-Ausstoß ähnlich stark auf 0,605 g/km.

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