Wie Van der Bellen doch noch gewinnen könnte

ZAHLEN ZUM TAG. Die indirekte Wahlempfehlung von Irmgard Griss macht die Stichwahl um das Amt des Bundespräsidenten spannend. PULS 4 greift dieSubstanz.at-Analyse auf. 

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ZAHLEN ZUM TAG. Die indirekte Wahlempfehlung von Irmgard Griss macht die Stichwahl um das Amt des Bundespräsidenten spannend. PULS 4 greift dieSubstanz.at-Analyse auf. 

Das Ergebnis des ersten Wahlganges für das Amt des Bundespräsidenten war klar: Eineinhalb Millionen Stimmen entfielen auf Norbert Hofer (FPÖ) und 900.000 auf seinen nunmehrigen Herausforderer Alexander Van der Bellen (Grüne). Ob sich dieser bei der Entscheidung am kommenden Sonntag durchsetzen kann, ist fraglich. Seit sich Irmgard Griss als seine Unterstützerin geoutet hat, sind seine Chancen aber nicht mehr ganz so klein.

Irmgard Griss erhielt im ersten Wahlgang rund 800.000 Stimmen. Geht man davon aus, dass drei Viertel ihrem Beispiel folgen werden, sind das 600.000 Stimmen für Van der Bellen – und 200.000 für Hofer. Verfährt man bei Wählern weiterer Kandidaten, die im ersten Durchgang ausgeschieden sind, ähnlich, ergibt sich folgendes Bild:

  • Eine halbe Million Stimmen erhielt SPÖ-Vertreter Rudolf Hundstorfer. Neo-Parteichef Christian Kern und weitere Genossen unterstützen Van der Bellen. Nimmt man an, dass drei Viertel der Hundstorfer-Wähler dies ebenfalls tun werden, kann Van der Bellen ein weiteres Stück aufholen.
  • 475.000 Stimmen bringt ÖVP-Kandidat Andreas Khol ein. Seine Partei hält sich bedeckt. Man kann also annahmen, dass die eine Hälfte zu Van der Bellen wechselt und die andere zu Hofer.
  • Richard Lugner hat vor allem Protestwähler angesprochen; sie wird es (Annahme: zu drei Viertel) eher zu Hofer ziehen.

Unterm Strich hätte Van der Bellen unter diesen Umständen mit 2,12 Millionen Stimmen bereits annähernd zu Hofer (2,13 Millionen Stimmen) aufgeschlossen.

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Die Wahlbeteiligung war im ersten Wahlgang niedrig: Geht man davon aus, dass am Sonntag diejenigen 700.000 zu den Urnen schreiten, die zuletzt laut SORA/ORF-Analyse zumindest an der Nationalratswahl 2013 teilgenommen haben, ergibt sich ein klarer Vorteil für Van der Bellen. Grund: 300.000 davon sind SPÖ-Wähler, die summa summarum eher auf seiner Seite stehen dürften. Sprich: Gelingt es ihm, eine Mehrheit davon für sich zu gewinnen, könnte er doch noch Bundespräsident werden.

> Zum PULS 4-NEWS-Bericht über diese Analyse

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