Warum Kurz den Grünen zusetzt

ZAHLEN ZUM TAG. Als die ÖVP vor 15 Jahren triumphierte, kostete das nicht nur die Freiheitlichen viele Stimmen. 

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ZAHLEN ZUM TAG. Als die ÖVP vor 15 Jahren triumphierte, kostete das nicht nur die Freiheitlichen viele Stimmen.

Sebastian Kurz als ÖVP-Spitzenkandidat bei der Nationalratswahl muss bei den Grünen Erinnerungen wachrufen: Und zwar an die Nationalratswahl 2002. Damals hatte die ÖVP triumphiert. Das muss sich so natürlich nicht wiederholen; aber es ist möglich, und schon allein das ist ein Grund, sich das näher anzuschauen.

Zeigt diese Nationalratswahl vor 15 Jahren doch, wie sehr eine erfolgreiche ÖVP auf Kosten der Grünen gehen kann. Seinerzeit hatten nicht nur die Freiheitlichen gelitten, die infolge von „Knittelfeld“ etc. in eine schwere Krise geschlittert waren, was Kanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) wiederum auszunützen verstand. Nein, auch die Grünen hatten ein Problem, wie die SORA-Wählerstromanalyse zeigt: Sie verloren netto 25.000 Wähler an die ÖVP. Was ihre Zugewinne auf letztlich zwei Prozentpunkte bzw. auf ein Ergebnis von neuneinhalb Prozent Stimmenanteil beschränkte; ohne diese Abwanderung wären sie jedenfalls zweistellig geworden.

Dass die Grünen 2002 nicht überhaupt verloren haben, haben sie der Mobilisierung von Nichtwählern und vor allem auch dem Wechsel von netto 45.000 LIF-Wählern zu verdanken: Das Liberale Forum hatte sich damals de facto aufgelöst, womit die Anhänger der NEOS-Vorgänger-Partei eine neue politische Heimat brauchten – und zu einem guten Teil eben bei den Grünen fanden.

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