SPÖ: Auf Gewerkschafter ist kein Verlass mehr

ZAHLEN ZUM TAG. Bei der Nationalratswahl 2013 unterstützten nur noch 36 Prozent der Mitglieder die SPÖ.

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ZAHLEN ZUM TAG. Bei der Nationalratswahl 2013 unterstützten nur noch 36 Prozent der Mitglieder die SPÖ.

Die Gewerkschaftsbewegung wird gerne als eine der Säulen der Sozialdemokratie dargestellt. Dabei sollte man jedoch vorsichtig sein. Die Partei kann sich auf die Mitglieder längst nicht mehr so verlassen wie noch zu Beginn der 1990er Jahre. Das zeigen die Ergebnisse der Wahltagsbefragungen, die das Institut GfK Austria nach Nationalratswahlen durchgeführt hat.

Von den Gewerkschaftsmitgliedern, die an der Wahl teilgenommen haben, unterstützten 1990 noch 62 Prozent die SPÖ. Die ÖVP musste sich mit 19 Prozent begnügen, die FPÖ kam auf elf und die Grünen auf vier Prozent. 2013 sah die Sache ganz anders aus: Da waren alle Parteien stärker. Mit einer Ausnahme: Die SPÖ schaffte bei den Gewerkschaftern nur noch 36 Prozent.

Bemerkenswert ist die Konstanz der ÖVP in dieser Gruppe. Einzig 2002, als die Partei unter Wolfgang Schüssel überhaupt auf mehr als 42 Prozent kam, gab es einen Ausreißer nach oben (auf 29 Prozent). Ansonsten hielt sie immer um die 20 Prozent. Möglicher Grund: Der öffentliche Dienst ist erstens loyal, zweitens gut organisiert und drittens eher bürgerlich; er wird traditionell von Christgewerkschaftern geführt – und von alledem profitiert letzten Endes die Volkspartei.

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