#bpwahl16 Polarisierung hoch 2

ANALYSE. Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer mögen sich noch so staatstragend geben: Der Wahlkampf wird hart werden – und auch Kern und Mitterlehner nicht unberührt lassen.

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ANALYSE. Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer mögen sich noch so staatstragend geben: Der Wahlkampf wird hart werden – und auch Kern und Mitterlehner nicht unberührt lassen.

Wie auch immer Grüne und Freiheitliche die Kampagnen für die (nun hoffentlich: definitive) Entscheidung um das Amt des Bundespräsidenten anlegen werden: Überschattet werden wird sie von „Jetzt erst recht“. Beziehungsweise „Jetzt erst recht Norbert Hofer“. Und „Jetzt erst recht Norbert Hofer verhindern.“ Immerhin hat Van der Bellen schon bisher Stimmen von vielen (besonders: bürgerlichen) Leuten bekommen, die nicht unbedingt zu seinem Sympathisanten zählten, denen ein freiheitlicher Bundespräsident, der auf Kriegsfuß mit der europäischen Integration steht, aber zu weit gehen würde.

Das wird sich im Hinblick auf die zweite Stichwahl verstärken. Und zwar schon allein aus dem einfachen Grund, dass die erste gezeigt hat, dass beide gewinnen können. Und das bedeutet wiederum, dass auch die Polarisierung zunehmen wird, die schon bisher vorhanden gewesen ist.

Grüne und Freiheitliche werden naturgemäß weiter für ihren Kandidaten werben. Die Neos haben sich bereits auf die Seite Van der Bellens geschlagen. Die SPÖ hat unter ihrem neuen Vorsitzenden Christian Kern zu verstehen gegeben, dass ihr dieser ebenfalls lieber wäre. Zu einer Wahlempfehlung hat es nicht gereicht. Um ein deutlicheres Bekenntnis werden sie nun aber nicht umhinkommen: Eine Partei, die groß sein möchte, kann es sich nicht leisten, bei einem so dramatischen Polit-Duell zurückhaltend zu bleiben; dadurch würde sie zu viele Sympathien verlieren.

Ähnliches gilt für die ÖVP; wobei sie sich noch viel schwerer tun wird, zog es ihre Anhänger bisher doch je zur Hälfte zu Van der Bellen und Norbert Hofer, was ihre Zerrissenheit zum Ausdruck bringt: Reinhold Mitterlehner kann nicht sagen, dass ihm egal ist, wer Bundespräsident wird. Er und seine Partei müssen sich vielmehr darauf gefasst machen, zu einem Offenbarungseid gezwungen zu werden: Wie halten sie es mit Hofer und seinen Vorstellungen wirklich? Sind die akzeptabel? Ja? Das hieße auch, dass Blau-Schwarz um den Preis denkbar wäre, dass man sich als Europapartei aufgibt.

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