Wie aus dem KH Nord ein Schnäppchen wird

BERICHT. Ursprünglich sollte das Wiener Krankenhaus 825 Millionen Euro kosten. Einer SPÖ-Darstellung zufolge liegt man mit den heute erwarteten 1,34 Milliarden noch ganz gut. 

-

BERICHT. Ursprünglich sollte das Wiener Krankenhaus 825 Millionen Euro kosten. Einer SPÖ-Darstellung zufolge liegt man mit den heute erwarteten 1,34 Milliarden noch ganz gut.

Die Wiener SPÖ hat das Gerede über das KH Nord satt. Im Internet hat sie daher eine eigene Seite aufgebaut, die Wahrheiten transportieren soll. Zum Beispiel soll der Darstellung entgegengetreten werden, dass das Krankenhaus viel teurer wird als ursprünglich erwartet. Eher soll demnach sogar das Gegenteil der Fall sein.

„Stadt Wien wusste bereits seit 2005, mit welchen Kosten zu rechnen ist!“, heißt es auf der Website. Überprüfen lässt sich das nicht. Bemerkenswert ist nur, dass die Stadt das ganz offensichtlich für sich behalten hat. 2010 hieß es in einer Aussendung – inkl. Rückfragehinweis an das Büro der damaligen Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) – jedenfalls nur: „Die Gesamtkosten belaufen sich auf 825 Millionen Euro, 300 Millionen Euro davon werden über einen kostengünstigen und langfristigen Kredit der Europäischen Investitionsbank finanziert.“ Der Aussendung zufolge war seinerzeit mit einer Fertigstellung im Jahr 2015 gerechnet worden. Von Preissteigerungen und möglichen Risikozuschlägen war keine Rede. Die Gesamtkosten sollten sich auf 825 Millionen Euro belaufen – und Punkt.

Umso bemerkenswerter die nunmehrige Darstellung auf der Website der Partei: „Die ursprünglich veranschlagte Summe von 825 Mio. ergeben mit einer baubranchenüblichen Valorisierung (lt. Index) eine 3%ige Preissteigerung. Hierzu kommt ein baubranchenüblicher Risikozuschlag von 15-30%. Rechnet man das bis ins Jahr 2018 hoch, ergeben sich Gesamtkosten von 1,441 Mrd. Euro. Dass man mit diesen Kosten rechnen musste war bereits von Anfang an klar.“ Ja, demnach kommen Stadt wie Steuerzahler mit den heute erwarteten 1,34 Milliarden Euro sogar noch recht gut davon.

>> dieSubstanz.at zur Politik bekommen Sie auch per Mail. Regelmäßig. Gratis >> Zum Newsletter

Könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Your email address will not be published.