Verunsichertes Burgenland

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ZAHLEN ZUM TAG. SPÖ-Landeshauptmann Doskozil spricht im Wahlkampf vor allem von Sicherheit. Das ist bemerkenswert: Das Burgenland ist das mit Abstand sicherste Bundesland.

Ausgerechnet Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) hat einmal eingestanden, dass die allgemeine Sicherheitslage sehr gut sei, es jedoch ein Problem mit dem „subjektiven Sicherheitsempfingen der Bevölkerung“ gebe. Genau davon hat er freilich gelebt. Damit lässt sich Politik machen. Siehe Burgenland.

SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil spricht im burgenländischen Landtagswahlkampf vor allem von Sicherheit. Das ist einerseits nachvollziehbar, andererseits beunruhigend und im Übrigen faktenwidrig. Doch eines nach dem anderen.

Als Person steht Doskozil natürlich für Sicherheit. Kein Mensch würde dem ehemaligen Polizeichef und Verteidigungsminister eine außerordentliche Wirtschaftskompetenz zuschreiben; oder eine herausragende Expertise in Verfassungsfragen. Das sind nicht seine Felder. Es ist die Sicherheit.

Wenn ein Landeshauptmann andauernd von Sicherheit spricht, muss das freilich das Gefühl aufkommen lassen, dass irgendetwas nicht stimmt. Das ist irgendwie so, wie wenn jemand „Feuer!“ schreit. Wie auch immer: Im Burgenland würde es ganz und gar keinen Grund dazu geben. Das ist das mit Abstand sicherste Bundesland.

Laut Kriminalitätsstatistik des damals noch Kickl’schen Innenministeriums gab es 2018 54 Anzeigen pro 1000 Einwohner. So wenige wie noch nie. Die Publikation zum Thema trug denn auch den freudigen Titel: „Österreich ist so sicher wie noch nie.“

Die Unterschiede nach Bundesländern waren jedoch groß: In Wien gab es 89 Anzeigen pro 1000 Einwohner. In Salzburg handelte es sich um 58. In fast allen übrigen Bundesländern waren es um die 40, 50. Nur das Burgenland scherte in dieser Statistik wieder einmal aus. Hier war es nur zu 30 Anzeigen gekommen.

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