Haslauer betrügt ÖVP-Wähler

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ZAHLEN ZUM TAG. Im Wahlkampf hat sich der Landeshauptmann von der FPÖ distanziert. Viele Menschen dürften ihm vertraut haben. Nur sehr wenige wollten jedenfalls Schwarz-Blau.

Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) hat im Wahlkampf ausdrücklich keine Koalitionsaussage getätigt. Gegenüber den Freiheitlichen und vor allem deren Chef hat er sich jedoch immer wieder kritisch geäußert: Herbert Kickl zeichne sich „durch besondere Grenzüberschreitungen aus“, sagte er beispielsweise in einem „Standard“-Interview: „Diese Art von Politik lehne ich ab.“ In der „Furche“ erklärte er zudem, Marlene Svazek, die freiheitliche Spitzenkandidatin bei der Landtagswahl, habe „Kickl im Gepäck“.

Heute kann man sagen, Wilfried Haslauer habe Wähler betrogen. Nicht alle, aber sehr viele und darunter nicht zuletzt eigene. Zunächst ist laut SORA-Analyse zur Landtagswahl ein Fünftel der ehemaligen ÖVP-Wähler zur FPÖ abgewandert. Von denen, die der Volkspartei geblieben sind, stand wiederum ein erheblicher Teil der FPÖ distanziert gegenüber.

Das zeigen die Koalitionspräferenzen: Befragt, wen sie neben der eigenen Partei in der Landesregierung sehen wollen, nannten 46 Prozent die SPÖ, 33 Prozent die Grünen und 26 Prozent die Neos. Die FPÖ war (oder ist) mit 18 Prozent nur die vierte Wahl. (Mehrfachnennungen waren möglich.) Anders ausgedrückt: Für 82 Prozent der ÖVP-Wähler war die FPÖ zumindest am Wahltag kein Wunschpartner. Wie es eben auch Haslauer vermittelt hatte.

Was hätte er nun aber tun können oder sollen, wo der parteiinterne Druck auf ihn erheblich ist, Schwarz-Blau zu machen und er nach der Wahlniederlage ein geschwächter Chef ist? Zumindest dies: Sich erklären und eingestehen, was er da geliefert hat.

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