Unverhältnismäßige Werbung

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ZAHLEN ZUM TAG. Das Land Oberösterreich inseriert stark in Medien, die von Beteiligungsunternehmen der ÖVP betrieben werden.

5,3 Millionen Euro hat das Land Oberösterreich für Inserate ausgegeben im vergangenen Jahr. Das ist der Medientransparenzdatenbank zu entnehmen bzw. einer Auswertung, die die von der FH Jonneum betriebene Seite medien-transparenz.at vorgenommen hat. Wobei man nie vergessen darf, dass nur Inserate über 5000 Euro pro Medium und Quartal gemeldet werden müssen.

Oberösterreich gehört zu den Bundesländern mit den größeren Werbeausgaben. Im Vergleich mit Wien, das Stadt und Land zugleich ist, sind die 5,3 Millionen freilich bescheiden. Wien brachte es im vergangenen Jahr auf 24,19 Millionen Euro.

Das größte Stück des Kuchens entfällt in Oberösterreich – mit 607.339,79 Euro auf die OÖ Nachrichten, gefolgt von der Kronen Zeitung mit 484.211,55 Euro, der Bezirksrundschau (457.915,91 Euro) und dem Volksblatt (412.961 Euro). Das Volksblatt wird von der „Oberösterreichische Media Data Vertriebs- und Verlags GmbH“ herausgegeben. Laut der aktuellsten Liste, die der Rechnungshof dazu führt, ist das ein Beteiligungsunternehmen der ÖVP. Deren Landesparteiobmann ist wiederum Landeshauptmann Thomas Stelzer.

Auch das Life Radio durfte sich über Landes-Werbung freuen. Volumen: 207.646,70 Euro. Es wird von der „Life Radio GmbH & Co.KG.“ betrieben, ebenfalls einem Beteiligungsunternehmen der ÖVP.

Zurück zu den drei Tageszeitungen: Die OÖ Nachrichten kamen 2021 laut Media-Analyse auf durchschnittlich 361.000 Leserinnen und Leser, die Krone erreichte 302.000. Das Volksblatt bringt es eigenen Angaben zufolge auf 60.000. Pro Leser:in gingen demnach rund 1,70 Eruo an die OÖ Nachrichten, 1,60 Euro an die Krone, aber 6,88 Euro an das Volksblatt.

Alls das ist immerhin so transparent und nachvollziehbar, dass man es mit einem überschaubaren Zeitaufwand erfassen kann. Das ist nicht immer und überall so. Wie hier berichtet, musste die Rechercheplattform etwa bis zum Verwaltungsgerichtshof ziehen, um in Erfahrung zu bringen, dass die Stadt Wien für ein einziges Heftigen eines Verlages, der SPÖ-nahe sei, 170.720 Euro bezahlte. Weil es sich dabei um kein periodisches Druckwerk handelte, hatte dies die Stadt nicht für die Medientransparenzdatenbank melden müssen. Was nicht bedeutet, dass es ihr verboten gewesen wäre, es freiwillig zu tun. Für die Zukunft hat die rot-pinke Regierung das angekündigt.

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