BERICHT. Veränderte Lebensentwürfe führen zu immer späteren Familiengründungen.
Gerade hat auch die „Österreichische Akademie der Wissenschaften“ auf den Geburtenrückgang hingewiesen. Es unterstreicht, wie vielschichtig das Thema ist. Einerseits legen Erhebungsergebnisse nahe, dass etwa wirtschaftliche Belastungen sowie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und damit einhergehende Unsicherheiten zu einer sinkenden Fertilitätsrate beigetragen haben. Andererseits wird aber auch deutlich, dass veränderte Lebensentwürfe eine Rolle spielen dürften.
„Pflichtschulabschuss, Lehre und Familiengründung“, war einmal. Allein, wenn man sich die Entwicklung des Bildungsstandes in Österreich anschaut, wird klar, dass das längst nicht mehr die Regel sein kann.
In den vergangenen 15 Jahren lediglich hat sich der Anteil der 25- bis 64-jährigen Männer und Frauen mit Hochschulabschuss beinahe verdoppelt; laut Statistik Austria beträgt er knapp 20 Prozent. Bei 25- bis 29-Jährigen ist der Anstieg noch stärker ausgefallen, handelt es sich mittlerweile um 18,1 Prozent bei Männern und 29 Prozent bei Frauen.
Es liegt nahe, dass es damit auch zu einer Verschiebung von Lebensphasen gekommen ist. Dass zunächst bis in die „20er“ hinein häufig Bildung und dann etwa berufliche Praxis im Vordergrund stehen.
Und dass Familiengründungen erst später an der Reihe sind. Das kommt auch durch das Erstheiratsalter zum Ausdruck. Bei Männern beträgt es laut Statistik Austria 33,6 und bei Frauen 31,6 Jahre.
Und es kommt natürlich aber auch durch das Fertilitätsalter zum Ausdruck: In den vergangenen 30 Jahren ist es in Österreich von 24,1 auf 30 Jahre bei der Geburt des ersten Kindes gestiegen, wie Daten der Akademie zu entnehmen ist. Insgesamt, unter Berücksichtigung allfälliger weiterer Geburten, beträgt es heute 31,2 Jahre. Männer werden laut Statistik Austria im Durchschnitt überhaupt schon mit mehr als 34 Jahren ein erstes oder weiteres Mal Vater.
