„Kaufhaus Österreich“ kommt zu spät

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ANALYSE. „Amazon“ profitiert von Lockdown und „Black Friday“. Der eine geht zu Ende, der andere ist vorbei.

Sagen wir, es war gut gemeint: Vergangene Woche verkündete Kultur-Staatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) 200.000 Euro für einen „Digitalisierungsschub“ im Buchhandel, nun präsentierten Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer (ÖVP) eine „rot-weiß-rote Plattform für den heimischen Online-Handel“; Titel: „Kaufhaus Österreich“. Und hoffen wir, dass sich daraus etwas entwickelt, was allen nützt. Im Hinblick auf die „Pandemie“ und all ihre Nebenwirkungen kommen diese Initiativen jedoch zu spät.

Diese Aussage wird nicht nur durch die Tatsache gestützt, dass zum Beispiel die 200.000 Euro für den Buchhandel erst „umgemünzt“ werden müssen; und dass das Kaufhaus erst wachsen muss.

Das Problem ist vielmehr ein anderes: Google-Suchanfragen für „Amazon“ lassen erahnen, wie sehr der echte Kaufhausriese von den Lockdowns profitiert hat. Unmittelbar nach Beginn des Lockdowns im Frühjahr gingen sie ebenso durch die Decke wie zuletzt viel mehr noch in Verbindung mit der aktuellen Lockdownphase.

Die Daten, die Google dazu ausweist, sind indexiert. Sie sagen nichts über Umsätze aus. Eher über Besuche beim Online-Riesen: Wer „Amazon“ googelt, wird sehr wahrscheinlich auch dorthin wollen.

Doch zurück zur jüngsten Entwicklung: Mitten in den aktuellen Lockdown ist auch der „Black Friday“ 2020 gefallen. Das ist offenbar wie alle Einkaufssamstage vor Weihnachten zusammen. Im vergangenen Jahr und heuer gab es hier ähnlich viel und mit Abstand die größte Nachfrage nach Amazon. 2019 ist sie danach eingebrochen. Wer damals Ende November, Anfang Dezember groß in den Onlinehandel eingestiegen ist, hat unter Umständen knapp, aber doch Entscheidendes verpasst.

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