Was wollten die Kandidaten eigentlich?

KOMMENTAR. Inhaltliche Ansagen kamen zu kurz. Wobei besonders Hofer zugute kam, dass sie auch nicht nachgefragt wurden. 

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KOMMENTAR. Inhaltliche Ansagen kamen zu kurz. Wobei besonders Hofer zugute kam, dass sie auch nicht nachgefragt wurden.

Am Anfang des Wahlkampfs stand die Frage „Kaffee oder Tee?“ Was trinkt Grünen-Kandidat Alexander Van der Bellen in der Früh? Auf der offiziellen Facebook-Seite war das das große Thema. Vorgegeben nicht von „Usern“, sondern von den Mitarbeitern des 72-Jährigen. Irgendwann wurde auch die Antwort geliefert, sie ist jedoch so belanglos, dass sie nichts zur Sache tut; die Geschichte zeigt vielmehr, wie substanzlos dieser Wahlkampf war.

Was wollten die Kandidaten? Hatte einer eine Vision oder auch nur eine Vorstellung davon, wie Österreich in zehn, zwanzig Jahren dastehen soll? Solche Fragen wurden nicht weiter erörtert. Sie wären es aber wert gewesen, immerhin zersplittert die Parteienlandschaft, während die Politik immer handlungsfähiger werden sollte, um Herausforderungen wie die Schulden- oder die Flüchtlingskrise zu bewältigen.

Womit der Urnengang schlussendlich auf einer seltsamen Grundlage stattfand; einer Mischung aus Gefühl und Emotionen, aber nicht konkreter Politik.

Hin und wieder sprach ein Kandidat ein Thema an; das wurde dann aber nicht weiter vertieft. Spannend wäre beispielsweise gewesen, zu erfahren, was FPÖ-Kandidat Norbert Hofer mit seiner Aussage meinte, man werde sich noch wundern, was ein Bundespräsident alles könne. Ja? Die Antwort blieb offen bzw. der Phantasie überlassen: Wird Hofer z.B. das Rücktrittsangebot, das die Bundesregierung gleich an seinem ersten Amtstag als Staatsoberhaupt der Tradition entsprechend machen wird, annehmen? Vielleicht. Genaues weiß man nicht.

Oder: Hofer will, dass keine Flüchtlinge mehr nach Europa und damit auch Österreich kommen und lehnt gleichzeitig das Abkommen über die Rücknahme von Flüchtlingen mit der Türkei ab. Ein Widerspruch, der in diesem Wahlkampf auch nicht weiter erörtert wurde. Womit der Urnengang schlussendlich auf einer seltsamen Grundlage stattfand; einer Mischung aus Gefühl und Emotionen, aber nicht konkreter Politik.

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