Weniger Flüchtlinge auf der Mittelmeerroute

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ZAHLEN ZUM TAG. Besonders für Italien gab es in den vergangenen Jahren eine starke Entlastung.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat über die deutsche Tageszeitung „Welt am Sonntag“ wissen lassen, dass er gegen einen Neustart der EU-Marinemission „Sophia“ im Mittelmeer sei. Argument: Unter dem Deckmantel einer Kontrolle des UN-Waffenembargos gegen Libyen verberge sich eine Rettungsmission, „die für Tausende illegale Migrationen zum Ticket nach Europa wurde“.

Ein solcher Effekt ist schwer nachweisbar. UNHCR hat die Entwicklungen im Mittelmeerraum im Auge. Demnach ist es in den vergangenen Jahren zu einer Entspannung gekommen. Insgesamt kamen auf dem See- und Landweg 2019 125.472 Personen nach Europa. Der Rückgang, der seit 2015 andauert, setzte sich damit fort; damals handelte es sich um eine Million Männer, Frauen und Kinder. Im Jahr davor (2014) waren es gut eine Viertelmillion gewesen.

Der Gesamtrückgang darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Verschiebungen gibt. So wurden für Griechenland im vergangenen Jahr mehr Ankünfte registriert (60.000) als in den beiden Jahren davor (32.000 bzw. 30.000), aber deutlich weniger als 2016 und 2015 (173.000 bzw. 857.000).

Italien, das von der Route über Libyen eher betroffen ist, verzeichnete dagegen durchgehend starke Rückgänge. 2019 handelt es sich um 11.471 und damit halb so viele wie 2018 sowie ein Zehntel des 2017er Wertes. 2015 waren es 154.000 gewesen.

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