Mitte-Rechts ist demokratiemüde

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ZAHLEN ZUM TAG. Ein Drittel der ÖVP- und Neos- sowie drei Viertel der FPÖ-Wähler zweifeln daran, dass Demokratie die beste Regierungsform ist.

Seit der Nationalratswahl 2013 wird in den SORA-Wahltagsbefragungen auch die Fragestellung ausgewiesen, ob Demokratie die beste Regierungsforum ist. Ergebnis: Die Zweifel werden immer größer, vor allem bei Wählern der ÖVP und der FPÖ lässt sich das nachvollziehen.

Erhoben wird bei den Wahltagsbefragungen die Einschätzung zur Feststellung „Demokratie mag Probleme mit sich bringen, aber sie ist besser als jede andere Regierungsform“. 2013 stimmten 81 Prozent aller Befragten „sehr zu“. 2017 waren es nur noch 72 und heuer gerade einmal 63 Prozent. Sprich: Für gerade einmal zwei Drittel ist Demokratie unzweifelhaft die beste Regierungsform. Die Antwortmöglichkeiten neben „stimme sehr zu“ lauten „ziemlich“, „wenig“, „gar nicht“ oder „weiß nicht, k.A.“. Auf „ziemlich“ entfallen insgesamt 29 Prozent, auf „wenig“ oder „gar nicht“ sechs Prozent.

Bemerkenswert sind die Unterschiede nach Parteianhängern: Bei der SPÖ sind es über die Jahre 80 bis 83 Prozent geblieben. Bei der ÖVP-Wählern gab es jedoch einen Rückgang von 85 auf 65 und bei der FPÖ gar von 72 auf 27 Prozent. Wobei naturgemäß beachtet werden muss, dass sich die Wählerschaften heute anders zusammensetzen als vor sechs Jahren. Zahlreiche FPÖ-Wähler wechselten zur ÖVP, viele blieben 2019 zu Hause.

In der heurigen Wahltagsbefragung erstmals ausgewiesen wurden auch die Werte für Grünen- und die Neos-Wähler: Bei den Grünen handelt es sich um 87 Prozent – und bei den Neos lediglich um 61 Prozent; das entspricht in etwa dem ÖVP-Niveau.

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