Zum tiefen Fall der Sozialdemokratie

ZAHLEN ZUM TAG. Schwacher Trost für die SPÖ: Im Vergleich zu ihren Schwesterparteien in großen europäischen Ländern hat sie sich bei Parlamentswahlen gut gehalten.

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ZAHLEN ZUM TAG. Schwacher Trost für die SPÖ: Im Vergleich zu ihren Schwesterparteien in großen europäischen Ländern hat sie sich bei Parlamentswahlen gut gehalten.

Zu den (bisher) letzten Sternstunden der europäischen Sozialdemokratie zählen wohl jene vom 25. Mai 2014. Bei der damaligen EU-Wahl durfte sie zumindest über das Ergebnis der italienischen „Partito Democratico“ (PD) jubeln: Unter dem aufstrebenden Ministerpräsidenten Matteo Renzi hatte sie ihren Stimmenanteil um ehr als die Hälfte ausgeweitet – und zwar auf sage und schreibe 40,8 Prozent. Doch heute: Renzi ist schon lange nicht mehr Regierungschef, auch die Parteiführung hat er diese Woche abgegeben. Bei der jüngsten Parlamentswahl landete die PD bei nur noch 18,7 Prozent. Zehn Jahre zuvor war sie noch bei 33,2 Prozent gelegen.

Dieser Zehnjahresvergleich europäischer Sozialdemokraten verdeutlicht ihren Absturz; in der Regel setzte es in ihren Ländern einen Rechtsruck. Wobei die österreichische SPÖ noch verhältnismäßig gut abschneidet; auch wenn das Kanzleramt weg ist: 2008 hielt sie nach Nationalratswahlen 29,3 Prozent, heute sind es 26,9 Prozent.

Davon kann z.B. die deutsche SPD nur träumen: Sie ist von 34,2 auf 20,5 Prozent gefallen (und liegt nun in Umfragen auch noch darunter). In Frankreich haben die Sozialisten zwischenzeitlich (2012 bis 2017) mit Francois Hollande den Präsidenten gestellt; auf Basis der jeweils vorhergehenden Parlamentswahlen (erster Wahlgang) stürzte sie von 2008 bis 2018 von 24,7 auf 7,4 Prozent ab. Nur eine Spur besser, aber ebenfalls schlecht, lief es der „Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei“ PSOE – sie ist von 43,9 auf 22,7 Prozent halbiert worden.

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