„… fürs deutsche Vaterland!“

BERICHT. Aus der Netzwelt einiger Burschenschaften, denen freiheitliche Nationalratsabgeordnete angehören.

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BERICHT. Aus der Netzwelt einiger Burschenschaften, denen freiheitliche Nationalratsabgeordnete angehören.

Die Wiener Akademische Burschenschaft Teutonia, der der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Reinhard Bösch angehört, bietet auf ihrer Website letzten Endes auch ein paar „Verweise“ an. Gemeint sind Links. Und das ist insofern ganz gut, als damit zum Ausdruck kommt, in welcher Welt sie sich bewegt: Unter dem Stichwort „Patriotische Politik“ steht an erster Stelle „Der deutsche Osten“. Unter „Presse und Publikationen“ die extrem rechte „Aula“. Und unter „Heimatschutz“ „Die deutsche Bundeswehr“. „Das österreichische Bundesheer“ folgt erst an zweiter Stelle. Eine Petitesse vielleicht. Aber eine bezeichnende. 

Von wegen „Österreich zuerst“, wie FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache immer betont. Für die Burschenschafter in seinen Reihen ist das relativ. Und wenn man sich die Auflistung, die der „Kurier“ erstellt hat, anschaut, dann sind es so viele wie noch nie in der freiheitlichen Nationalratsfraktion: „Gleich 20 der 51 Abgeordneten“ seien nach Angaben das „Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands“ (DÖW) „völkisch korporiert“.

Das bedeutet unter anderem dies: Jeder neunte der insgesamt 183 Nationalratsabgeordneten hat ein Problem mit dem „Österreich“-Begriff, wenn er sich wirklich zu seiner Burschenschaft bekennt. Dann ist dieses Österreich in erster Linie deutsch. Und zwar bei weitem nicht nur sprachlich.

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Beispiele: Die Burschenschaft „Albia Wien“ des Abgeordneten Gerhard Kaniak teilt auf ihrer Website mit, dass das Lied des „Schwarz-Rot-Goldenen-Kartells“ ihr Selbstverständnis beschreibe. Und darin heißt es gleich einmal, „ans Sterben mahnt Dich der schwarze Rand (des „Burschenbandes“; Anm.). Du sollst den Tod nicht scheuen fürs deutsche Vaterland!“

„Wir Österreicher sind zum großen Teil Angehörige der deutschen Kultur- und Volksgemeinschaft.“ (Aldania Wien)

„Aldania Wien“ (Mitglied: Maximilian Kraus) definiert sich als „deutschbewusst“: „Wir Österreicher sind zum großen Teil Angehörige der deutschen Kultur- und Volksgemeinschaft.“ Aldania sehe es „als Aufgabe, aktiv zur Erhaltung und Förderung der deutschen Kultur beizutragen“. Wobei laut den „Oberösterreichischen Germanen Wien“, denen mit Hannes Amesbauer und Philipp Schrangl gleich zwei Abgeordnete angehören, wiederum Standhaftigkeit gefordert sein soll – „deutsches Wesen, deutscher Geist, alles was nur Deutsches heisst“, werde zeitgeistlich „verflucht“ und „verhetzt“, so die Burschenschaft.

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