BP-Wahl: Wo Van der Bellen Khol bereits geschlagen hat

BERICHT. Vorzugsstimmen bei Nationalratswahlen: Grünen-Kandidat ist mit dem Persönlichkeitswahlrecht in der Vergangenheit wesentlich erfolgreicher gefahren als sein ÖVP-Mitbewerber.

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BERICHT. Vorzugsstimmen bei Nationalratswahlen: Grünen-Kandidat ist mit dem Persönlichkeitswahlrecht in der Vergangenheit wesentlich erfolgreicher gefahren als sein ÖVP-Mitbewerber.

Zumindest in einer Hinsicht geht die ÖVP mit Andreas Khol bei der Bundespräsidentenwahl im Frühjahr ein großes Risiko ein: Der 74-Jährige ist noch nie Spitzenkandidat bei einem relevanten Urnengang gewesen. Und bei Nationalratswahlen hat er kaum Vorzugsstimmen bekommen. Im Gegensatz zu Alexander Van der Bellen; dieser war wesentlich erfolgreicher.

Die Grünen setzen mit ihrem Ex-Parteichef auf einen Mann, der ihnen zu aktiven Zeiten viele Wählerstimmen brachte. Davon zeugen auch seine guten Vorzugsstimmen-Ergebnisse bei Nationalratswahlen: Auf Landeswahlkreisebene musste sich der Wiener 2002 nur dem damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel geschlagen geben; dieser erhielt 31.066, er immerhin 10.135 Stimmen. Auch 2006 schafft er es im bundesweisen Vergleich in die vorderen Ränge. Auf Regionalwahlkreisebene wurde Van der Bellen in beiden Fällen noch öfter direkt gewählt (2002 12.697 und 2006 13.054 Mal).

Bei Andreas Khol zählen Vorzugsstimmen-Ergebnisse dagegen nicht zu den großen Erfolgen. Ganz im Gegenteil. 2002 schaffte er auf Landesebene 1780 und auf Regionalkreisebene 2940 Stimmen. 2006, bei seiner letzten Kandidatur, nicht einmal halb so viele. In „seinem“ Landeswahlkreis Tirol musste er sich damals mit 529 Stimmen gleich fünf Parteifreunden geschlagen geben: Günther Platter (9741), Hermann Gahr (1617), Josef Mair (1389), Franz Hörl (870) und Karin Hakl (620). Letztere lag mit 2986 Stimmen auch im Regionalwahlkreis deutlich vor ihm (1601).

Im Unterschied zu Van der Bellen ist Khol nie als Spitzenkandidat aufgetreten; das ist eine Erklärung dafür, dass er persönlich verhältnismäßig wenige Vorzugsstimmen erhalten hat. Eine andere: Khol hat zwar immer in Tirol kandidiert, ist als Politiker aber stets in Wien tätig gewesen und bewohnt dort auch ein Haus. Darunter mag der Wählerkontakt in seinem weit davon entfernten Wahlkreis gelitten haben, was sich in entsprechenden Vorzugsstimmenergebnissen bemerkbar gemacht hat. Ob er auch anders kann, muss er als Präsidentschaftskandidat erst beweisen.

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