Wandernde FPÖ-Hochburgen

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ZAHLEN ZUM TAG. In den 1990er Jahren waren die Freiheitlichen zum Beispiel in Westösterreich besonders stark. Heute sind sie es mehr denn je im Südosten.

Vergleicht man die FPÖ-EU-Wahlergebnisse von heuer und dem Jahr 1996 miteinander, stellt man bemerkenswertes fest: Alte Hochburgen sind zum Teil verschwunden, neue entstanden. 1996 schaffte die Partei bundesweit zum Beispiel 27,5 Prozent. In Vorarlberg und Tirol holte sie gar mehr als 33 Prozent. Heute sind das die beiden Bundesländer, in denen die Partei verhältnismäßig schlecht dasteht. Holte sie vor eineinhalb Wochen alles in allem 17,2 Prozent, so waren es in Vorarlberg und Tirol nur 14, 15 Prozent.

Anhaltend stark geblieben ist die FPÖ in Kärnten. Als neue Hochburgen hinzugekommen sind daneben das Burgenland und ein bisschen auch die Steiermark. Dort liegt sie heute mit 17,5 (Kärnten) bzw. 19,7 Prozent (Steiermark) über dem Gesamtergebnis. Im Burgenland befand sie sich einst weit davon entfernt, in der Steiermark nur leicht darüber.

Derartige Veränderungen lassen sich auch bei Nationalratswahlen feststellen und zum Beispiel auch auf Bezirksebene (siehe Grafik). Beispiel Wien: 1996 schaffte die FPÖ bei der EU-Wahl sowohl in Rudolfsheim-Fünfhaus als auch in Floridsorf mit knapp 27 Prozent ein sehr gutes Ergebnis. Wienweit hatte es sich um 24,2 Prozent gehandelt. In weiterer Folge hat sie zwar überall verloren, gewonnen und zuletzt wieder verloren – das aber unterschiedlich stark.

Bei der EU-Wahl 2019 kam die Partei in der gesamten Stadt auf 14,4 Prozent. In Floridsdorf, übrigens dem Heimatbezirk von SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig, gelangen ihr jedoch 21,4 Prozent und in Rudolfsheim-Fünfhaus lediglich 11,5 Prozent. Das ist ziemlich genau halb so viel.

 

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