Umfragen: Wir hätten da wieder ein Problem

ZAHLEN ZUM TAG. Anfang August hieß es, die ÖVP habe in Wien die SPÖ überholt. Dasselbe Institut kam nun zu einem ganz, ganz anderen Ergebnis. 

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ZAHLEN ZUM TAG. Anfang August hieß es, die ÖVP habe in Wien die SPÖ überholt. Dasselbe Institut kam nun zu einem ganz, ganz anderen Ergebnis.

Es spricht nichts dafür, dass die SPÖ in Wien in den letzten Monaten extrem stark zugelegt hat; und es deutet ebenso wenig darauf hin, dass die ÖVP ebendort eingebrochen ist. Das muss man vorwegschicken, wenn man sich den Detailergebnissen zuwendet, die die Tageszeitung „Österreich“ auf Basis von Erhebungen des Instituts „Research Affairs“ veröffentlicht hat. Wobei man jetzt natürlich sagen könnte, dass die Relevanz begrenzt sei. Das jedoch ist sie nicht: Anfang August wurden die Ergebnisse von fast allen österreichischen Medien zitiert. Titel: ÖVP hat nun auch in der Bundeshauptstadt die SPÖ überholt.

Massive Zweifel waren schon damals angebracht: Von den insgesamt 600 noch dazu ausschließlich online Befragten machten die Wienerinnen und Wiener nur einen Bruchteil aus. Die Meldung war jedoch draußen – und hätte spätestens jetzt revidiert werden können. Wurde aber nicht.

Am Wochenende schlüsselte „Österreich“ die Ergebnisse wieder nach Bundesländern bzw. Regionen auf, inkl. Verweis auf eine Schwangkungsbreite von „bis zu 20 Prozent“. Für Wien hieß es da: 34 Prozent SPÖ, 24 Prozent ÖVP. Sprich: Christian Kern und Genossen hätten demnach in der Bundeshauptstadt sieben Prozentpunkte gewonnen und Sebastian Kurz mit seinen Leuten vier verloren.

Bemerkenswert: Die SPÖ wollte die Anfang August präsentierten Daten nicht so stehen lassen. Das IFES, das für die Partei die Meinungsforschung in der Regel durchführt, lieferte umgehend andere Umfrageergebnisse für die Bundeshauptstadt: SPÖ 34, ÖVP 22 Prozent – was ziemlich genau den aktuellen von „Österreich“ bzw. „Research Affairs“ entspricht.

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