Noten: Entscheidet Wohnort über Schulerfolg?

ZAHLEN ZUM TAG. In Wien bleiben zweimal mehr 10- bis 14-Jährige sitzen als in Kärnten.

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ZAHLEN ZUM TAG. In Wien bleiben zweimal mehr 10- bis 14-Jährige sitzen als in Kärnten.

Die Bundesregierung will Ziffernnoten an Volksschulen wieder einführen. Das ist umstritten. Besonders in Vorarlberg lehnen Pädagogen das ab; sie meinen, eine differenziertere Leistungsbeurteilung habe sich bewährt. Die Aussagekraft von Noten ist wirklich sehr relativ; das legen indirekt auch Bildungsdaten nahe, die die Statistik Austria führt.

Schon eine Sonderauswertung des Wiener Lesetests hat ergeben, dass jeder fünfte Zehnjährige in Deutsch mit einem „Sehr gut“ oder einem „Gut“ benotet wurde, obwohl er laut dem Test massive Leseprobleme hat. Laut einer PISA-Sondererhebung bekommen Jugendliche aus wohlhabenderen Familien wiederum bessere Noten als ihre Mitschüler.

Und dann gibt da eben noch eine Auswertung der Statistik Austria, die ebenfalls mit Noten zu tun hat: Ausgewiesen werden darin die Anteile der nicht aufstiegsberechtigen Mittelschüler nach Bundesland (S. 274f). Die Unterschiede sind erheblich.

In Wien sind 2015/16 3,1 Prozent der Schüler einer Neuen Mittelschule (NMS) und gar 3,9 Prozent einer AHS-Unterstufe sitzen geblieben. Überall sonst waren die Werte niedriger. Vorarlberg folgte mit 1,7 bzw. 3,0 Prozent, Oberösterreich mit 1,7 bzw. 3,0 Prozent und Salzburg mit 1,6 bzw. ebenfalls 3,0 Prozent. Dazwischen liegen Tirol und Niederösterreich mit relativ niedrigen Repetentenraten an den Gymnasien (jeweils 2,5 Prozent). Summa summarum am niedrigsten sind die Quoten im Burgenland und in Kärnten – mit 1,1 und 2,7 bzw. 1,2 und 2,3 Prozent.

Sitzen bleibt, wer ein, zumindest aber zwei Nichtgenügend bekommen hat (Aufsteigen mit einem ist unter Umständen möglich).

Für die unterschiedlichen Raten kann es selbstverständlich viele Gründe geben; sie müssen sich nicht nur auf die mangelnde Aussagekraft von Noten beschränken, wie sie sich z.B. im Zusammenhang mt dem Wiener Lesetest gezeigt haben.

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