Mehr Lehrer und trotzdem -mangel

ANALYSE. In Wien, wo der Bedarf besonders groß wäre, hat sich das Betreuungsverhältnis in den vergangenen Jahren weniger gut entwickelt als etwa in Tirol und Vorarlberg. 

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ANALYSE. In Wien, wo der Bedarf besonders groß wäre, hat sich das Betreuungsverhältnis in den vergangenen Jahren weniger gut entwickelt als etwa in Tirol und Vorarlberg. 

„Montag in einer Woche starten Wiens Schüler in das neue Schuljahr. Allerdings fehlen in den Pflichtschulen insgesamt 1180 Lehrer“, berichtet die Tageszeitung „Heute“ unter Berufung auf „ein internes Papier des Stadtschulrats“. Zahlen, die die Statistik Austria führt, sprechen dafür, dass längerfristige Versäumnisse dahinterstecken.

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Schüler österreichweit kaum verändert, die der Lehrer ist aber stark gestiegen; ganz besonders in Wien, wo sie von 1990/91 auf 2014/15 um mehr als ein Viertel von 19.323 auf 25.281 zugenommen hat. Aus gutem Grund: Nicht zuletzt der steigende Migrantenanteil erhöhte den Betreuungsaufwand beträchtlich. Und etwa auch der Ausbau von Ganztagsangeboten mehrte den Personalbedarf.

Immerhin ist es aber gelungen, das Betreuungsverhältnis zu verbessern: Kamen vor einem Vierteljahrhundert in der Bundeshauptstadt neun Lehrer auf 100 Schüler, so waren es zuletzt 11,1. Das entspricht dem bundesweiten Durchschnittswert. Zu beachten ist dabei allerdings, dass der Migrantenanteil bei den Schülern nirgends so hoch ist wie in Wien; dort ist er mit 22 Prozent doppelt so hoch wie im bundesweiten Schnitt.

Bemerkenswert ist, dass sich das Betreuungsverhältnis in einigen anderen Bundesländern trotzdem wesentlich besser entwickelt hat: In Tirol etwa von 8,7 auf 11,3, ganz besonders aber in Vorarlberg; dort war es mit 8,7 vor 25 Jahren – neben Tirol – am niedrigsten und ist heute mit 12,2 am höchsten.

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