Je mehr Ausländer, desto schlechter das Hofer-Ergebnis

ANALYSE. Zusammenhang hat sich gegenüber dem ersten Wahlgang noch verstärkt. Ähnlich verhält es sich in puncto Arbeitslosigkeit. 

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ANALYSE. Zusammenhang hat sich gegenüber dem ersten Wahlgang noch verstärkt. Ähnlich verhält es sich in puncto Arbeitslosigkeit.

Befürchtungen sind wahlentscheidend – und nicht Erfahrungen: Diese These wird durch die Stichwahl um das Amt des Bundespräsidenten mehr denn je untermauert. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer hat nicht dort am besten abgeschnitten, wo die meisten Ausländer leben, sondern dort, wo ihr Anteil am niedrigsten ist. Genauso wenig hat er dort gepunktet, wo die Arbeitslosigkeit am größten ist.

63 Prozent schaffte Hofer laut vorläufigenm Ergebnis ohne Wahlkarten im Burgenland. So viel, wie in keinem anderen Bundesland. Am Migrantenanteil kann das nicht liegen; er ist mit 12,2 Prozent am niedrigsten. In Wien kam der Freiheitliche auf 38,8 Prozent; dort ist der Migrantenanteil mit 42,0 Prozent mit Abstand am größten. Und so könnte man fast alle Länder anführen – von der „Gesetzmäßigkeit“ „je mehr Ausländer, desto schlechter das Hofer-Ergebnis“ schert nur Salzburg aus (siehe Grafik).

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Keinen Zusammenhang gibt es zwischen den Wahlergebnissen und der Arbeitslosenquote: In dem Land mit der höchsten Arbeitslosenquote (Wien, 13,3 Prozent) musste sich Hofer wie erwähnt mit dem niedrigsten Stimmenanteil begnügen. Und in dem mit der niedrigsten Arbeitslosenquote (Vorarlberg, 6,7 Prozent) nicht mit dem höchsten, sondern mit dem zweitniedrigsten.

Das untermauert, dass nicht so sehr die erlebte Alltagsrealität für das Wahlverhalten ausschlagegebend ist; es sind viel eher Ängste und Befürchtungen vor Un- oder weniger Bekanntem.

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