Innsbruck-Krimi

ANALYSE. Warum die Tiroler Landeshauptstadt trotz aller Umstände einen grünen Bürgermeister bekommen könnte.

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ANALYSE. Warum die Tiroler Landeshauptstadt trotz aller Umstände einen grünen Bürgermeister bekommen könnte.

Spannender als die Landtagswahl in Salzburg wird am kommenden Sonntag wohl die Gemeinderats- und Bürgermeister-Wahl in Innsbruck. Die Stadt fällt, wenn man so will, aus dem für Österreich gewohnten Rahmen. In der Vergangenheit sind die Grünen dort bei mehreren Urnengängen auf Platz eins gekommen. Und das ist trotz der Krise, in der sie sich befinden, zumindest auch bei dieser Bürgermeister-Wahl nicht ganz ausgeschlossen.

In Innsbruck haben sich die Grünen zuletzt besser gehalten als anderswo. Bei der Landtagswahl kamen sie auf 19 Prozent. In der zersplitterten Parteienlandschaft der Stadt fielen sie damit nicht meilenweit hinter ÖVP (25,9 Prozent) und SPÖ (22,8 Prozent) zurück – und blieben noch vor den Freiheitlichen (16,2 Prozent).

Bemerkenswert auch die Ergebnisse der SORA-Wahltagsbefragung zum Urnengang Ende Februar: Bei den unter 30-Jährigen kamen die Grünen demnach mit 22 Prozent auf Platz zwei zwischen ÖVP (27 Prozent) und FPÖ (21 Prozent). Bei den Hochschulabsolventen schafften sie mit 29 Prozent sogar Platz eins vor ÖVP (27) und SPÖ (23 Prozent); die FPÖ musste sich hier mit vier Prozent begnügen. Nun beziehen sich diese Werte auf ganz Tirol. Sie sind für Innsbruck aber insofern relevant, als die Stadt vergleichsweise jung und akademisch ist.

Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen holte gegen Norbert Hofer (FPÖ) ganze 65,4 Prozent.

Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen sind nur begingt mit Landtagswahlen vergleichbar. Die Wähler sind jedoch identisch. Aus Grünen- werden kaum FPÖ-Anhänger werden und umgekehrt. Laut einer Umfrage hielt Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer („Für Innsbruck“, eine ÖVP-Abspaltung) zuletzt 28, Georg Willi (Grüne) 26 und Rudi Federspiel (FPÖ) 24 Prozent. Wer es in die Stichwahl schafft, ist demnach nicht zu sagen. Ebendort ist aber der im Vorteil, der gemessen an seinem Gegenkandidaten eher eine Mittel-Links-Wählerschaft anspricht – als Präsidentschaftskandidat holte Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen vor eineinhalb Jahren in Innsbruck ganze 65,4 Prozent, während sich Norbert Hofer (FPÖ) mit 34,6 Prozent begnügen musste.

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