Freiheitliche verlieren Anschluss

ANALYSE. Wahlergebnisse bleiben zunehmend hinter denen der 1990er Jahre zurück. Und das hat nicht nur mit den jeweiligen Besonderheiten zu tun. 

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ANALYSE. Wahlergebnisse bleiben zunehmend hinter denen der 1990er Jahre zurück. Und das hat nicht nur mit den jeweiligen Besonderheiten zu tun.

Sind die besten Zeiten der Freiheitlichen vorbei? Noch können Heinz-Christian Strache und Co. diese Aussage ziemlich einfach vom Tisch wischen; sie sind in der Regel noch immer die, die am stärksten zulegen. Allzu leichtfertig sollten sie dabei jedoch nicht sein. Auffallend ist nämlich, dass sie zunehmend hinter ihren besten Zeiten in den 1990er Jahren zurückbleiben.

Bei der Nationalratswahl im vergangenen Oktober kamen sie mit 26 Prozent sehr nahe an die 26,9 Prozent des Jahres 1999 heran. Bei der Landtagswahl in Niederösterreich Ende Jänner blieben sie mit 14,8 Prozent etwas weiter von ihrem dortigen Top-Ergebnis entfernt (16,1 Prozent 1998). Geschweige denn in Tirol, wo sie nun mit 15,5 Prozent gleich um ein gutes Viertel unter ihrem 1999er Wert (19,6 Prozent) blieben.

Und was nun Kärnten am kommenden Sonntag betrifft, zeichnet sich laut einer OGM-Umfrage ein noch größerer „Rückstand“ ab; die knapp 44,9 Prozent von 2009 sind mit 24 Prozent ganz und gar außer Reichweite. Doch die blaue Vergangenheit hat im südlichsten Bundesland einen spezifischen Grund: Jörg Haider.

Die Proteststimmung, die Voraussetzung ihrer Erfolge ist, lässt nach.

Summa summarum bleibt die Entwicklung für Heinz-Christian Strache und Co. nicht unbedenklich. Im Gegenteil: Das Fenster, das sich um die Flüchtlingskrise 2015 mit Aussicht auf Platz eins bundesweit auftat, hat sich zumindest vorerst wieder geschlossen. Und das hat nicht nur mit Sebastian Kurz zu tun: Mit der gesamtwirtschaftlichen Erholung und dem Abklingen der Flüchtlingskrise bekommen sie ein ganz grundsätzliches Problem; die Proteststimmung, die Voraussetzung ihrer Erfolge ist, lässt nach.

Bleibt natürlich die Regierungsbeteiligung auf Bundesebene: Sie macht es Strache über seinen Einsatz für Raucher hinaus und von Problemen mit diversen Burschenschaftern abgesehen, schwer, an der Seite von Kurz ein eigenständiges Profil zu zeigen. Was wohl in einer erbarmungslosen Frage für viele Wähler mündet: Wozu überhaupt noch die Freiheitlichen unterstützen?

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