#bpwahl2016 Strache braucht ein Angebot für Männer

ZAHLEN ZUM TAG. Was bei der Kandidatensuche entscheidet: Ganz besonders aus freiheitlicher Sicht das Geschlecht. Theoretisch ist damit sogar Platz eins möglich.

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ZAHLEN ZUM TAG. Was bei der Kandidatensuche entscheidet: Ganz besonders aus freiheitlicher Sicht das Geschlecht. Theoretisch ist damit sogar Platz eins möglich.

Bei der Bundespräsidentenwahl werde es auch einen freiheitlichen Kandidaten geben, stellte Parteichef Heinz-Christian Strache am Wochenende klar: Als die „führende politische Kraft im Land“ habe man die Verpflichtung, ein Angebot zu machen. Die Nachfrage ist vorhanden: Vor dem Hintergrund der Flüchtlingsdebatte hat die FPÖ bei den Landtagswahlen im vergangenen Jahr fast so viele Stimmen gemacht wie die SPÖ und sogar mehr als die ÖVP. Wobei auffallend ist, dass vor allem Männer blau gewählt haben. Sie gilt es daher für Strache und Co. nun auch bei der Bundespräsidenten-Wahl anzusprechen. Dann ist theoretisch sogar Platz eins möglich.

Wahlen miteinander zu vergleichen ist grundsätzlich schwer. In diesem Fall ist es aber möglich: Die vier Landtagswahlen, die 2015 stattgefunden haben, sind nicht von landespolitischen Fragen überschattet worden; sowohl im Burgenland, als auch in der Steiermark, Oberösterreich und schlussendlich auch in Wien ging es einzig und allein um die überregionale Flüchtlingspolitik. Und dieses Thema hat den Freiheitlichen einen Triumph nach dem anderen beschert.

Für die Bundespräsidenten-Wahl zeichnet sich wieder die Flüchtlingspolitik als entscheidendes Thema ab. Also ist Strache mehr oder weniger gezwungen, seinen Wählern ein Angebot zu machen. Wobei er seine Erfolgsaussichten maximieren kann, wenn er sich ganz besonders auf Männer konzentriert. Mit wem er das macht, ist nebensächlich; ob mit Wiens Vizebürgermeister Johann Gudenus oder Ex-Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel –  entscheidend ist, dass in der Kampagne vor allem Männer angesprochen werden.

Die Freiheitlichen haben bei den Landtagswahlen im vergangenen Jahr insgesamt 721.731 Stimmen bekommen. Das waren nicht viel weniger als die SPÖ (757.235) und sogar deutlich mehr als die ÖVP (631.632). Die Grünen mussten sich mit einer Viertelmillion Stimmen begnügen.

Wie den SORA-Wahlanalysen zu entnehmen ist, war das Wahlverhalten nach Geschlechtern zum Teil extrem groß. Vor allem bei den Freiheitlichen: In Oberösterreich und der Steiermark lagen sie bei Männern mit je 38 Prozent klar vorne, während sie sich bei den Frauen mit 24 bzw. 17 Prozent begnügen mussten. In Wien kamen sie den Sozialdemokraten bei den Männern mit 32 Prozent näher als bei den Frauen mit 30 Prozent (die SPÖ erreichte 37 bzw. 42 Prozent)

Nimmt man an, dass bei den Landtagswahlen die Hälfte der Wählerstimmen von Männern kamen, räumten die Freiheitlichen bei diesem Geschlecht ab und holten bei den vier Urnengängen ebendort 442.028 Stimmen – bzw. viel mehr als die SPÖ (320.809), die ÖVP (297.232) und die Grünen (96.163). 

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