Was ist mit dem ORF los?

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ZAHLEN ZUM TAG. Einmal wird ein „Lockdown“ in Aussicht gestellt, ein anderes Mal Deutschland als „Nachzügler“ bezeichnet. Deutschland!

Natürlich: ORF ist nicht ORF. Zum Glück besteht er aus herausragenden Angeboten wie der ZIB2, dem Report oder Ö1. Gerade in der Pandemie gibt es daneben aber auch zweifelhaften Journalismus. Die „Süddeutsche Zeitung“ hielt im Mai beispielsweise Folgendes fest in ihrem Österreich-Newsletter: „Die „Zeit im Bild 1“, die wichtigste Nachrichtensendung des öffentlich-rechtlichen ORF, zum Beispiel ist zur Mutmacher-Sendung mutiert. Das war in den ersten Wochen (der Pandemie; Anm.) notwendig, das spendete Trost, nahm die Angst. Mittlerweile umweht die Durchhalteparolen und die oftmals unkommentierten Regierungsverkündungen aber ein Hauch von Propaganda.“

Am Wochenende nun berichtete die „Zeit im Bild 1“ von angeblichen Plänen für einen zweiten Lockdown. Und zwar ziemlich konkret, am 2. oder 16. November sollte dieser demnach starten. Seither heißt es: In aller Ungewissheit warten. Das ist nicht gut, das ist Verunsicherungsjournalismus. Konsequenzen? Unbekannt.

ORF.AT berichtete nun, Deutschland sei im Kampf gegen die Pandemie „vom Vorreiter zum Nachzügler geworden“. Das hat ungefähr die Qualität von Regierungsvertretern, die behaupten, Österreich sei gut durch die Krise gekommen. Es ist zweifelhaft. Und im konkreten Fall sogar sehr weit daneben: In Deutschland geht es gerade drunter und drüber, steigt der Druck auf den Bund, wieder stärker ins Krisenmanagement der Länder einzugreifen. Die Zahlen steigen. Aber: Deutschland hält bei einem Zuwachs bestätigter Infektionen pro 100.000 Einwohner und sieben Tagen von rund 30 (Stand: 13. Oktober). Österreich selbst und alle anderen Nachbarländer liegen zum Teil weit darüber: Österreich um das Dreifache, die Slowakei und Tschechien gar um das Elf-, Zwölffache. Von wegen „Nachzügler“

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