Religion: Wien ist ganz anders

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BERICHT. Anteil der Katholiken geht österreichweit stark zurück. In der Bundeshauptstadt gibt es bereits mehr Menschen ohne Religionsbekenntnis. Und Muslime?

Gesellschaftlicher Wandel kommt zum Beispiel in der Entwicklung der Religionszugehörigkeit zum Ausdruck – oberflächlich, aber doch. Statistik Austria hat die Zugehörigkeit in der Vergangenheit im Rahmen der Volksbefragung erhoben. 2001 war Schluss damit. 2021 gab es jedoch eine Erhebung im Auftrag des Bundeskanzleramtes, die ebenfalls von Statistik Austria durchgeführt worden ist.

1971 waren die meisten Menschen in Österreich Angehörige der römisch-katholischen Kirche. 87,4 Prozent betrug der Anteil damals. Im vergangenen Jahr handelte es sich nur noch um 55,2 Prozent. Hält der Trend, der sich zuletzt verstärkt hat, an, sind es möglicherweise noch in den 2020er Jahren weniger als 50 Prozent.

Die Veränderungen werden getrieben durch Migration einerseits und – viel stärker noch – einer Aufgabe „institutionalisierter“ Religionszugehörigkeit andererseits; Stichwort Kirchenaustritte. So ist in den 50 Jahren auch die (absolute) Anzahl der Katholiken stark gesunken – von etwas mehr als sechseinhalb auf weniger als fünf Millionen.

Der Anteil der Menschen, die keine Religionszugehörigkeit haben (oder angeben), hat sich von 4,9 auf 22,4 Prozent vervielfacht. Der der Muslime ist von fast null (0,3) auf 8,3 Prozent geklettert. Er ist erst infolge von Arbeitsmigration in den 1970ern und später Fluchtbewegungen gestiegen.

In den Bundesländern ähneln die Verhältnisse einander, allein in Wien sind sie ganz anders. Hier gibt es bereits mehr Menschen ohne Religionsbekenntnis (34,1 Prozent) als Katholiken (31,8 Prozent), Der Anteil der Muslime beträgt 14,8, der der Orthodoxen 11,2 Prozent. Auch er ist in Österreich erst infolge von Migration auf eine wahrnehmbare Größe gewachsen.

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