CoV-Todesfälle: Datenchaos

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ZAHLEN ZUM TAG. Drei Wochen nach der Nachmeldung tausender Fälle sind die Datenstände zum Teil noch immer extrem unterschiedlich.

Die Frage, wie viele Corona-Todesfälle es in Österreich bisher gegeben habe, kann man so oder so beantworten. Laut Datenseite des Gesundheitsministerium handelte es sich am 11. Mai um 18.279. Laut AGES-Dashboard waren es 19.804. Das sind immerhin um 1525 mehr oder weniger – obwohl da wie dort Todesfälle „an und mit Corona“ berücksichtig sind.

Ein Blick auf die Angaben für die Bundesländer macht die Verwirrung nicht kleiner, sondern größer. Da und dort stimmen sie de facto überein, in Niederösterreich, Oberösterreich, Tirol und Vorarlberg sind sie dagegen riesig.

Zu alledem gibt es eine Vorgeschichte, die nichts erklärt, die man jedoch berücksichtigen muss: Vor drei Wochen wurden vom Gesundheitsministerium 3412 Todesfälle „nachgemeldet“. Die Gesamtzahl stieg damit um 21 Prozent auf 19.852. Dazu hieß es: „Der scheinbare Anstieg der Covid-19-Todesfallzahlen kommt durch einen Datenabgleich zwischen der Todesursachenstatistik der Statistik Austria und dem Epidemiologischen Meldesystem (EMS) zustande.“

In der AGES-Datenbank sind die Nachmeldungen offensichtlich für alle Bundesländer berücksichtig worden. Bei den Daten, die auf der Seite des Gesundheitsministeriums aus Basis von Meldungen aus den Ländern ausgewiesen sind, jedoch nur zum Teil. In Kärnten etwa sprang die Zahl der ausgewiesenen Todesfälle vom 20. auf den 21. Mai von 1275 auf 1579, in der Steiermark am Tag darauf von 2922 auf 3341. Keine außergewöhnlichen Veränderungen gab es dagegen in den Bundesländern, in denen die Unterschiede bis heute groß geblieben sind. Hier ist die Korrektur offenbar noch immer nicht vorgenommen worden.

Ergebnis: In Kärnten z.B. gibt es laut Gesundheitsministerium und laut AGES 1616 Todesfälle. Im Burgenland jedoch sind es laut Ministerium 1616 und laut Behörde 599. Pro 100.000 Einwohner sind das 185 bzw. 200. In Niederösterreich liegt dieser Wert bei 194 bzw. 225, in Oberösterreich bei 187 bzw. 218, in Tirol bei 122 bzw. 174 und in Vorarlberg bei 136 bzw. 158.

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