Wo Öffis fremd sind

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ZAHLEN ZUM TAG. In weiten Teilen der Republik ist nur eine verschwindende Minderheit der Bevölkerung regelmäßig mit Bus und Bahn unterwegs.

Zumindest in einer Hinsicht steckt der Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel in Österreich noch immer in den Kinderschuhen: In weiten Teilen der Republik ist der Anteil der ab 15-Jährigen, die nie (!) mit Bus und Bahn unterwegs sind, größer als der verschwindend kleine Anteil jener, die das im Alltag tun. Das ist Daten zu entnehmen, die die Statistik Austria auf Basis einer Mikrozensus-Erhebung heuer veröffentlicht hat.

Wien ist wenig überraschend die Ausnahme: In der dicht besiedelten Stadt, in der an fast jeder Ecke eine Bus-, U-, Straßen- oder S-Bahn-Station besteht und Autostaus zum Alltag gehören, benützen 71 Prozent täglich oder zumindest mehrmals pro Woche öffentliche Verkehrsmittel. Gerade einmal sieben Prozent tun das nie. Bei den übrigen Bundesländern sticht Vorarlberg insofern hervor, als hier mehr Leute regelmäßig mit Öffis (29 Prozent) unterwegs sind als nie (26 Prozent); andererseits sind auch die 29 Prozent, die das tun, eine Minderheit.

Extrem sind die Verhältnisse im Südosten der Republik und außerhalb der Bundeshauptstadt. In Kärnten und dem Burgenland beträgt die Öffi-Quote nur acht bzw. zehn Prozent, während bis zu 60 Prozent nie einen Bus oder eine Bahn betreten. Kaum weniger deutlich sind die Verhältnisse in Nieder- und Oberösterreich (siehe Grafik). Hier kommen wohl mehrere Faktoren zusammen: Dünn besiedelte Regionen mit schlechteren Anbindungen einerseits sowie viele Pendlerinnen und Pendler, die größere Strecken zurückzulegen haben, andererseits – hier ist der eigene Pkw noch immer die Regel.

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