Wie die Politik, so die Bevölkerung

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BERICHT. In Deutschland ist eine deutliche Mehrheit für die Aufnahme gefährdeter Afghanen, in Österreich dagegen.

Stimmungsmache oder Meinungsbildung durch die Politik sowie die Haltung der Bevölkerung passen zumindest in diesem einen Fall zusammen: In Deutschland ist eine deutliche Mehrheit der Menschen für die Aufnahme gefährdeter Afghaninnen und Afghanen, in Österreich dagegen.

Bei ihrem Treffen am 31. August bekräftigten die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der österreichische Regierungschef Sebastian Kurz (ÖVP) ihre Differenzen. Kurz begründete seine Ablehnung damit, dass die Alpenrepublik „pro Kopf gerechnet“ bereits über „die viertgrößte afghanische Community weltweit“ verfüge. Merkel unterstrich laut ORF.AT dagegen die Bereitschaft, „Ortskräfte“ nach Deutschland zu bringen, falls sie sich durch Taliban bedroht fühlen.

Die Haltungen decken sich mit den Stimmungslagen in der Bevölkerung: In Deutschland wurde am 22. August eine Erhebung des YouGov-Instituts veröffentlicht, wonach 63 Prozent dafür sind, Verfolgten zu helfen. 27 Prozent sind dagegen. Konkret gefragt wurde zum Beispiel nach Frauen und politisch Verfolgten. 37 Prozent votierten dabei mit „Ja“, 26 mit „Eher Ja“. 14 Prozent mit „Nein“, 13 Prozent mit „Eher Nein“.

In Österreich präsentierte das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner Ausgabe vom 30. August eine „Unique Research“-Erhebung zu den hiesigen Verhältnissen. Fragestellung: „Soll Österreich in der aktuellen Situation besonders gefährdete Personen aus Afghanistan (afghanische Mitarbeiter westlicher Staaten, Politiker, Journalisten, NGOs) aufnehmen.“ Ergebnis: 54 Prozent sind dagegen (36 Prozent antworteten „Nein, ganz sicher nicht“, 18 Prozent „Eher nein“), nur 38 Prozent dafür (15 Prozent „Ja, unbedingt“, 23 Prozent „Eher ja“).

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