Wer fürchtet sich vor dem Boulevard?

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BERICHT. Allein die Reichweite der „Kronenzeitung“ ist in den letzten zehn Jahren um ein Drittel zurückgegangen.

Österreichischen Politikern wird nachgesagt, größten Respekt vor Boulevardmedien zu haben, um es vorsichtig zu formulieren. Sie würden demnach auf eine gute Presse ebenso achten, wie sie (auf Kosten der Steuerzahler) üppige Inserate schalten. Zumindest letzteres ist belegt.

Umso bemerkenswerter ist die Entwicklung dieses Boulevardmarktes im Printbereich: Die Reichweite der „Kronenzeitung“ ist in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel zurückgegangen. Laut Mediaanalyse griffen 2009/2019 ganze 39,8 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher zum Blatt. Heute sind es mit 27,8 Prozent zwar noch immer sehr viele, aber eben viel weniger.

Ähnlich die Entwicklung bei „Österreich“: Die Reichweite der verkauften Ausgabe sank im Vergleichszeitraum ebenfalls um ein Drittel – und zwar von 9,3 auf 6,3 Prozent. Allerdings: Der Verlag rettet sich insofern, als er mit „Oe24“ eine Gratisausgabe auf dem Markt brachte; für die Kombi „Österreich“/“Oe24“ werden in der jüngsten Mediaanalyse 9,3 Prozent Reichweite ausgewiesen.

Ziemlich konstant geblieben ist die Reichweite der Gratiszeitung „Heute“. Sie startete 2010/11 mit 12,9 Prozent, stieg zwischen zeitlich leicht und sank zuletzt auf 12,1 Prozent. Die Reichweite aller Tageszeitungen zusammen entwickelte sich ebenfalls negativ – von 75 Prozent vor zehn Jahren auf 62,6 Prozent.

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1 Comment
  1. Werner Schneider 4 Wochen ago

    Ja, ich fürchte mich vor dem Boulevard. Besonders, wenn das vormalige Thema Plebiszite wieder Verhandlungssache werden sollte. Türkise Anliegen könnten mit der vereinten Macht der Kurz-Adoranten (Krone, heute, oe24 und Kurier nicht zu vergessen) zu ungeahnten Ja-Stimmen führen, egal, wie problematisch sie für die Mehrheit wären. Das Brexit-Trommelfeuer 2016 mit vielen Lügen und fast null Informationen sollte ein Warnsignal sein. Sie mögen schrumpfen, gemeinsam bleiben sie brandgefährlich.

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