Verschwörung wirkt

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BERICHT. Eine Mehrheit glaubt nicht an Mythen, bei sehr vielen Menschen wirken sie jedoch verunsichernd. Unterschiede auch nach Parteipräferenz.

Wie schon in früheren Pandemien blühten und blühen seit dem vergangenen Jahr Theorien über deren mögliche Ursachen, die als „alternative Erzählungen“ gelten, berichten Bernhard Kittel und David W. Schiestl auf dem Corona-Blog der Universität Wien. Sie führt regelmäßig Erhebungen durch, die zeigen, wie verunsichernd Verschwörungsmythen für eine breitere Öffentlichkeit sind.

Zur Behauptung „Bill Gates will die Menschheit zwangsimpfen, um damit viel Geld zu verdienen“, erklären zwar 68 Prozent, sie seien sich sehr oder eher sicher, dass das falsch sei. 19 Prozent geben sich jedoch unsicher und zwölf Prozent meinen, sei seien sich sehr oder eher sicher, dass das richtig sei. Auch dass die neuen 5G-Sendemasten verantwortlich seien für die Verbreitung des Coronavirus glaubt zwar mit 81 Prozent eine deutliche Mehrheit nicht. Es gibt aber 16 Prozent, die sich diesbezüglich unsicher zeigen und drei Prozent, die meinen, dass das (eher oder sehr) zutreffe.

In einem aktuelleren Blog gehen Kittel und Schiestl nun auf Korrelationen zwischen dem Glauben an Verschwörungsmythen und anderen Faktoren ein. Menschen mit einem Hochschulabschluss und höherem Einkommen sind demnach seltener Anhänger solcher Mythen. Personen mit Migrationshintergrund würden dagegen eher dazu neigen.

Unterschiede gibt es auch in Bezug auf die Parteipräferenz. Bei Leuten, die bereit wären, ÖVP, SPÖ und Neos zu wählen, gebe es „keine statistisch signifikanten Zusammenhänge“: „Allerdings steigt der Glaube an Verschwörungserzählungen mit der Wahrscheinlichkeit, die FPÖ zu wählen. Je eher sich die Befragten dahingegen vorstellen können, die Grünen zu wählen, desto geringer fällt die Verunsicherung durch Verschwörungstheorien aus.“

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