„Impfeuropameister“

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ZAHLEN ZUM TAG. Gesundheitsminister Mückstein lässt mit einer absurden Behauptung aufhorchen. Wenn schon diese Wortwahl, dann wäre Österreich eher abstiegsgefährdet. 

Österreich sei „Impfeuropameister“, erklärte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Sonntagabend im ORF-Fernsehen, Ex-Bundespräsident Heinz Fischer und -OGH-Präsidentin sowie -Neos-Politikerin Irmgard Griss kritisierten diese Aussage wenig später ebendort. Fischer wäre mit solchen Feststellungen „vorsichtig“, Griss meinte nüchtern: „Wir sind keine Europameister.“

Abgesehen davon, dass hier keine Meisterschaften stattfinden, werden in Österreich im Moment sehr viele Impfungen durchgeführt. Dabei handelt es sich jedoch überwiegend um Drittstiche.

Der Anteil der Menschen, die zumindest eine Dosis erhalten haben, bleibt mit weniger als 70 Prozent außergewöhnlich niedrig im westeuropäischen Vergleich. In Portugal sind es fast 90 Prozent.

Worüber Mückstein nicht hinwegtäuschen sollte ist, was in Wirklichkeit alarmierend ist für ihn und seinesgleichen: Trotz erwähnt niedriger Durchimpfungsrate; und trotz Druck, den die Regierung durch Einführung einer 2-G-Regel sowie eines Lockdowns für Ungeimpfte aufgebaut hat in den vergangenen Wochen, geht bei den Erstimpfungen kaum etwas weiter. Das deutet darauf hin, wie sehr ihre bisherige Strategie gescheitert ist.

An die 0,6 Prozent der Bevölkerung hatten sich vor dem Sommer im siebentägigen Mittel eine erste Dosis verabreichen lassen (an Spitzentagen waren es noch mehr). Im Sommer ist die Quote auf weniger als 0,1 eingebrochen und im Oktober weiter gegen kaum noch wahrnehmbare 0,05 Prozent zurückgegangen. Zuletzt kam es nur zu einem Zuwachs auf etwas mehr als 0,2 Prozent und in der vergangenen Woche sogar wieder zu einem Rückgang auf weniger als das. Bei diesem Tempo würde es noch dreieinhalb Monate, also bis Anfang März, dauern, bis Österreich an die portugiesische Durchimpfungsrate herankommt.

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