Doppelte Raucherförderung

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ZAHLEN ZUM TAG. Regierung hält nicht nur an Raucherlokalen fest, sondern auch an einer niedrigen Tabaksteuer.

Das generelle Rauchverbot in Lokalen hat die Regierung ebenso zurückgenommen wie eine Tabaksteuererhöhung, die für heuer vorgesehen war. Das passt zusammen. Beides ist eine Art Raucherförderung und gesundheitspolitisch kontraproduktiv.

Der Sozialmediziner Michael Kunze berichtet, dass ein Prozent Preiserhöhung bei Zigaretten den Konsum erfahrungsgemäß um ein halbes Prozent reduziere. Sprich: Wenn Rauchen auch nur ein bisschen teurer wird, lassen’s ein paar Leute lieber sein.

In Österreich ist die Besteuerung sehr, sehr günstig. Die Statistik der EU-Kommission fasst Tabak- und Alkoholsteuern zusammen. Durchschnittlich handelt es sich in den 28 Mitgliedstaaten der Union um zwei Prozent der Wirtschaftsleistung. Extrem: In Bulgarien sind es 9,1, in Rumänien und Estland jeweils 5,4 Prozent. Österreich hält einen Anteil von 1,5 Prozent – weniger sind es nur in Deutschland (1,4), Schweden (1,3), den Niederlanden und Dänemark (jeweils 1,2 Prozent).

Die Unterschiede dürften sich verschärfen. Frankreich nimmt massive Tabaksteuererhöhungen vor. Ab dem kommenden Jahr soll eine Schachtel Zigaretten zehn Euro kosten. Im Nicht-EU-Land Australien sind es umgerechnet schon 17 Euro. Gemessen daran ist Rauchen in Österreich spottbillig; Marlboro gibt’s um 5,50 Euro.

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