„118 Todesfälle in nur 24 Stunden“

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ZAHLEN ZUM TAG. So dramatisch, wie etwa die „Krone“ die Lage darstellt, ist sie in Schweden und in der Schweiz noch an keinem Tag gewesen seit Beginn der Pandemie.

Die erste Welle der Pandemie hat Österreich relativ gut überstanden. Es gab vergleichsweise wenige Hospitalisierungen und Todesfälle. In der zweiten schaut es, Stand 24. November, ganz anders aus: Es gibt nicht nur sehr viele Neuinfektionen, sondern auch mehr und mehr Todesfälle.

Die „Krone“ hat am Dienstagnachmittag ihren Corona-Newsletter mit nahfolgendem Titel versehen: „118 Todesfälle in nur 24 Stunden“. Tatsächlich hat sich diese Zahl aus den Gesamtsummen ergeben, die z.B. das Gesundheitsministerium auf seiner Website täglich aktualisiert.

„118 Todesfälle in nur 24 Stunden“ wären extrem viele: Amtliche Meldungen (bzw. Excel-Dateien) ebendort zeigen, dass es das weder in Schweden noch in der Schweiz gegeben hat bisher. Diese Länder sind hier bewusst angeführt, weil sie da und dort als absolute Negativbeispiele gelten: In der Schweiz gab es im April zwei Tage mit jeweils 115 Todesfällen; das war das Maximum. Im Herbst, also in der zweiten Welle, gab es bisher nie mehr als 34. In der Schweiz belief sich der Höchstwert im Frühjahr auf 60 und im Herbst auf 98.

Zu alledem muss man ein großes Aber hinzufügen: In der Schweiz und in Schweden werden die Todesfälle selbstverständlich dem Ereignistag zugeordnet. In Österreich macht das die AGES im Hintergrund, sozusagen. Demnach gab es hierzulande im Herbst bisher maximal 72 Todesfälle „in nur 24 Stunden“. Das ist ein erheblicher Unterschied.

Zudem muss man beachten, dass die Wellen zeitversetzt verlaufen. In der Schweiz klingt die zweite Welle schon seit drei Wochen ab, in Österreich erst seit eineinhalb. Hierzulande werden erst jetzt tragische Spitzenwerte verzeichnet.

Insgesamt gab es in der Pandemie in Schweden bisher 6500 Todesfälle, in der Schweiz 3930 und in Österreich 2577. Seit 1. Oktober wurden in Schweden bisher 625 vermeldet, in der Schweiz 2081 und in Österreich 1589 (Quelle: Gesundheitsministerium).

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