Kalte Progression trifft Mittelschicht

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ZAHLEN ZUM TAG. Beziehern kleinerer Einkommen beschert die schleichende Steuererhöhung kaum Verluste.

Die Regierung will der alten Forderung, die schleichende Steuererhöhung in Form der kalten Progression abzuschaffen, nachkommen. Zumindest zum Teil: Im Rahmen eines jährlichen Berichts sollen die Wirtschaftsforschungsinstitute WIFO und IHS künftig jährlich ihr Ausmaß feststellen. Zwei Drittel sollen den Leuten automatisch zurückgegeben werden, über den Umgang mit dem verbleibenden Drittel soll die Regierung befinden. Das ist ein Kompromiss: Sie behält damit die Möglichkeit, sich erkenntlich zu zeigen bzw. im besten Fall gestaltend zu wirken.

Die kalte Progression ist eher ein Problem ab der Mittelschicht. Das WIFO hat im Auftrag des Finanzministeriums im vergangenen März auf Basis der damaligen Gesetzeslage und Prognosen ihre Wirkung ermittelt. Für heuer haben die Forscher eine zu niedrige Inflationsrate angesetzt; nämlich eine wie im vergangenen Jahr (2,8 Prozent). Das ändert jedoch nichts an der unterschiedlichen Wirkung nach Einkommensdezilen.

In den untersten drei Zehntel der Einkommen hätte die kalte Progression heuer 0,2 bis 0,4 Prozent des Bruttoeinkommens gekostet. Kein Wunder: Hier ist der Steueranteil verschwindend klein. Am stärksten ist die Belastung in der Mittel – beim Beispiel nämlich mit zwei bis 2,2 Prozent in den Dezilen vier bis sechs. Bis zum obersten Zehntel wird sie kleiner und beträgt dort 1,3 Prozent.

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