Antieuropäer

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ZAHLEN ZUM TAG. Eine Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher finden, dass die EU-Mitgliedschaft eine gute Sache sei. Bei denen, die sich rechts der Mitte verorten, ist es anders. Das gehört gesehen.

Vor wenigen Tagen hat das Europäische Parlament Ergebnisse einer Eurobarometer-Befragung veröffentlicht, die es ebenso regelmäßig durchführen lässt wie die Kommission. Hierzulande hieß es da und dort, der Anteil der Österreicherinnen und Österreicher, die finden, dass die EU-Mitgliedschaft eine gute Sache sei, sei auf 51 Prozent gestiegen. Ein „Presse“-Kommentar trug gar den Titel: „Die neue EU-Liebe der Österreicher“.

Man sollte jedoch vorsichtig sein. Mittlerweile liegen auch Detailergebnisse der Befragung vor. Sie zeigen, dass es eine extreme Polarisierung gibt. Von dem Viertel der Befragten, die sich selbst politisch links verorten, sprechen 79 Prozent von einer guten Sache. Bei dem Viertel, die sich rechts sehen, hingegen nur 26 Prozent.

Bei ihnen sieht sogar eine klare relative Mehrheit von 49 Prozent eine schlechte Sache, während es sich bei den „Linken“ um gerade einmal fünf Prozent handelt.

Auffallend: „Linke“ sind ganz offensichtlich eher höher Gebildete ohne größere Geldsorgen. Bei Männern und Frauen, die regelmäßig Zahlungsschwierigkeiten haben oder die sich selbst der Arbeitsklasse zuordnen, sind die Mehrheitsverhältnisse jedenfalls eher so wie bei Rechten, also stark antieuropäisch.

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