Blümel in Not

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BERICHT. Steueraufkommen bricht ein – in den ersten vier Monaten blieb dem Bund heuer um 16 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Die Coronakrise wird sich viel stärker auf das Budget auswirken als die Wirtschafts- und Finanzkrise Ende der 2000er Jahre. Das wird nun auch auf Basis der Vollzugsdaten absehbar. Das Steueraufkommen ist demnach bereits in den ersten vier Monaten eingebrochen.

Im Jänner und Februar war die Krise naturgemäß noch nicht feststellbar. Sie ist quasi erst mit den ersten Infektionsfällen und den unmittelbar darauf folgenden Beschränkungen ins Budget gekommen. Jetzt hat das Finanzministerium auch die Zahlen für April veröffentlicht. Ergebnis: In den ersten vier Monaten dieses Jahres war das Gesamtsteueraufkommen mit 25,2 Milliarden Euro um 1,6 Milliarden Euro niedriger als im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres. Der Teil, der dem Bund insbesondere nach Abzug der Ertragsanteile von Ländern und Gemeinden sowie des EU-Beitrags bleibt, ist gar um 16 Prozent bzw. 2,3 Milliarden Euro auf 12,2 Milliarden eingebrochen.

Die größten Rückgänge gab es bei der Körperschaftssteuer (minus 680 Millionen Euro), der Umsatzsteuer (minus 573 Millionen Euro) und der Einkommensteuer (minus 362 Millionen Euro).

In der Vergangenheit gab es nur selten Rückgänge – und wenn, dann waren sie kleiner. Beispiel: In Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise ging das Gesamtaufkommen von 2008 auf 2009 um 200 Millionen Euro auf 18,6 Milliarden zurück und der Bundesanteil um 1,4 Milliarden Euro auf 8,8 Milliarden. Die Steuerreform 2016 hinterließ noch kleinere Spuren.

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